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Des Jacobi Barozzi von Vignola Grund-Regeln über die fünff Säulen / auffs neue zum fleissigsten übersehen, mit unterschiedenen nöthigen Regeln vermehret und mit 50 Rissen in Kupffer erläutert durch Johann Rudolph Fäsch
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zum Exempel zwischen denen Streiffen des Unter⸗Balcken, und an den Bögen und Thür⸗Pfosten zu sehen; Aber der Rinn-Lei⸗ sten, der Krantz Leisten, das Band zu denen Zahn Schnitten und die Streiffen, woran die Sparren Köpffe gesetzet werden, blei⸗ 05 beständig grosse Glieder, und erfordern kleinere zu ihrer Be⸗ deckung.

Der Wulst⸗und Kehl Leisten in denen Kräntzen, sind auch grosse Glieder, und werden von kleinen bedecket. Die grossen und kleinen Pfühle, wie auch die Einziehungen, so grade das Wider⸗ spiel derselben sind, dienen meistens zu denen ib aeg den und werden von einander durch Riemen und Stäbe abgesondert. Al⸗ le diese Glieder werden unterschiedlich verzeichnet, nach dem Unter⸗ schied der Weite, aus der sie müssen geqsehen werden, wornach man deren Sprung oder Einziehung richten muß. Die Ausladung ei⸗ nes Gliedes, darff selten seine Höhe übertreffen, ausser an dem Krantz⸗ Leisten, den man in diesem Fall unten an dem Kinn, wie einen Ca- nal aushölet.

Man muß sich bemühen, daß in einem jeden Stücke eines bro fils, immerzu ein grosses Glied herrsche, wie der Krantz, Leisten in dem Krantz Gesimse, welches dessen Nothwendigster und wesent⸗ lichster Theil ist. Ein Glied, so ein anderes krönet, kan nicht wol grösser als dessen Helffte, noch kleiner als dessen Drittheil seyn. Wie das Riemlein auf dem Kehl⸗Leisten, und der Stab unter dem Wullste nicht dörffen minder als den vierten Theil, auch nicht mehr als den dritten Theil der Höhe desselben haben. Die Zahn⸗Schnit⸗ te sind in einem Krantz⸗Gesimse das gröste Glied unter dem Krantz⸗ Leisten, und dieser ist ein wenig schwächer als der Rinn⸗Leisten. Das oberste Glied an seiner Corniche muß nicht rund, als zum Exempel, 8 0905 seyn, ob es schon Exempel gibet, sondern ein Riemlein oder

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Von Auszierung der Glieder kan ebenfalls Daviler weit⸗ läufftig nachgelesen werden; jedoch ist nur kürtzlich noch dieses aus demselben anher zu setzen, wenn er spricht: Daß die allgemei⸗ neste Regel sey, glatte Glieder unter geschnitzte zu mischen, damit das Auge an diesen gleichsam eine Nuhe, und in dieser.

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