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Des Jacobi Barozzi von Vignola Grund-Regeln über die fünff Säulen / auffs neue zum fleissigsten übersehen, mit unterschiedenen nöthigen Regeln vermehret und mit 50 Rissen in Kupffer erläutert durch Johann Rudolph Fäsch
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. Haben einige den Modal in so viel Theile

eingetheilet, daß die daruber gegebenen Regeln, nicht allein einem Anfänger in der Architectur, sondern auch denen Handwercks⸗Leuten, die darnach arbeiten sol⸗ len, sehr schwer fallen, und insonderheit denen, die mit der Ausrechnung nicht wohl fortkommen können. Es ist derowegen, vor solche Leute, unter allen keiner besser, als der Vignola, welcher seinen Modul in der Toscanisch: und Dorischen Ordnung, in 12., in der Jo- nisch Corinthisch- und Römischen Ordnung aber, in 18.

Theile oder Partes abgetheilet; Welche Abtheilung der⸗

gleichen Leute weit besser begreiffen können. Nun ist zwar erwehnter Vignola in allen Formaten, und bey uns gebräuchlichen Sprachen zu bekommen; Allein an hat in selbigem alle seine Dinge so blindlings behalten, daß es(den Daviler davon ausgenommen,) sich theils vor ein grosses Versehen gehalten hatten, auch das geringste zu verbessern oder zuzusetzen, als was Vignola vorge⸗ schrieben hat. Wie man ein Exempel hiervon, an de⸗ nen aus dem Vignola von ihnen noch behaltenen Por- talen, sehen kan. II

So ist auch in allen solchen Bau- und Säulen⸗ Büchern, ja in dem Vignola selbst, die Ausladung der Glieder, und mehr andere Dinge sehr sparsam angedeutet, da es doch Sachen sind, woran eben auch sehr viel gelegen ist, und welche sowol zu gründ⸗ licher Erlernung der Bau- Kunst, als zu e f 5 5 us⸗

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