——
436
Erklärungen sagen, wie oben gezeigt worden ist. Aber vielleicht auch nicht das, was der Pater Paolino di Santo Bartolomeo sagt. Folglich kann man über diese Aufgabe, so wie früher über die ägyptischen Hieroglyphen, bis zur Erscheinung der befriedigenden Bemühungen des Herrn Young, und zu gleicher Seit mit ihm des thätigen Herrn Champolion des jüngern, nichts gewisses sagen, und ist noch künftig zu entscheiden: 1) ob in diesem Falle die Ver— weisung des Pater Paolino di Santo Bartolomeo, auf das Wörterbuch der Samskritsprache Amarasinha oder Amara koscha richtig ist; 2) ob die Uebersetzung jenes Artikels aus diesem Wörterbuche richtig ist, den er zur Erklärung der Partikel aum anführt; und 3) ob es keine bessere Er⸗ klärung des Gebetes: Om, mani padme, aum— in Indien selbst, nach mündlichen Ueberlieferungen oder in Büchern giebt, die von den Indiern für heilig gehalten werden.
Diese drey philosophischen Fragen können auf eine würdige Weise in England, oder in Indien selbst von der gelehrten Gesellschaft in Calcutta, nach Einziehung der be— sten Nachrichten von der Verehrung des Budha oder Godma, im Reiche der Birmanen und auf der Insel Seylon, und vielleicht auch in Paris von den Herren Chezy und Langles, der sich jetzt mit der Samskritsprache beschäftigt), und auch in Deutschland von den Herren Schlegel, Frank,
*) Nicht lange nach Beendigung dieses Briefes erfuhr ich, als
ich die französischen Zeitungen las, mit äußerster Betrübniß, den Tod des Hrn. Langles. Und so ist einer der eifrigsten For⸗ scher der orientalischen Sprachen, und unter andern des Sams⸗ krit, und dabey der gastfreundlichste der Gelehrten in Paris, jetzt nicht mehr!— Seine Asche ruhe in Frieden, und sein Andenkeß bleibe stets denen theuer, die nicht leere, sondern nützliche Kenntnisse suchen!—


