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Den 25. Mai(6. Juni N. St.) den 7. des öten ö Mondes. Nachdem wir dem Wirthe des Gasthofes für das Nachtlager 12 Solotnik Silber bezahlt hatten, gingen wir um 6 Uhr des Morgens weiter, und um 2 uhr Nachmit— tags erreichten wir den District Zag än Balgaßü. Wir hatten ungefähr 40 Werste(55— 53 d. M.) gemacht. ö Das Gepäck kam um 6 Uhr an. Von dem gestrigen Regen erhob sich am Morgen in den Bergen ein Nebel mit durchdringender Kälte. Ein dicker Dunst umschwebte uns, gleich den hohen Wellen des Mee— res, und verhüllte unsern Augen selbst die nächsten Gegen— stände. Die dunkeln Klüfte der Berge und die Absätze der— selben, die mit Getreide besäet waren, zeigten einigermaßen, daß in diesen Schluchten noch Menschen, aus China durch den Mangel an Lande verdrängt, wohnten. Endlich um 12 uhr kamen wir aus den steilen Bergen heraus, wie aus einem dunkeln, dichten Walde. Der Nebel zertheilte sich; das Wetter ward heiter und still. Vor unsern Augen ent— hüllte sich die Steppe. Ihre unübersehbare Ausdehnung, das grünende Gras, die Frische der Luft und der Gesang der Steppenlerchen*), alles belebte uns in den Gedanken einer baldigen Rückkehr ins Vaterland. Auf den grünen Ebenen gingen große dem Bogdochan gehörige Roßheerden umher. Pater Herbillon, der 1696 n den Bogdochan Kanßi auf seinen Zügen begleitete, erwähnt,
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F*) Die pyrenäische Lerche, auf chinesisch: Bailin. Diese Lerche wird in China für den ersten unter den Singvögeln gehalten, weil sie in ihrem Gesange nicht nur die Stimmen
* verschiedener Vögel und Thiere, sondern auch den Klang der e Metalle nachmacht. Auf der Nückreise hatten wir einen sol— chen Steppen-Troubadour, der sogar bey den Reisen von aal Station zu Station, im Käfig auf dem Kutschbock der Ki— bitke sitzend, ohne Unterlaß sang. A. d. V. III. Band— 4


