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Nach zwey Stunden gingen wir weiter auf einer san— digen und mit Steinen übersäeten Ebene. Nachdem wir 15 Werste(2% d. M.), und von dem Orte des Nachtlagers aus 27 Werste(fast 4 d. M.) zurückgelegt hatten, kamen wir nach 1 Uhr des Nachmittags in der Stadt Tumeu an.
10 1 7 Ir 1 0 0 Ago RN 5 Hier blieb die Mission in dem der Regierung gehörigen Gasthofe, der im westlichen Theile der Stadt liegt..
Auf dem Wege von Chuailai führte man bey uns nach Pekin, auf Eseln reitend, drey Verbrecher, die mit rothen Mänteln umhüllt waren, vorbey.
Auf der Nordseite von Chuailai hatte es nicht ge— regnet; die Gewitterwolken waren nur an den Berggipfeln vorüber gezogen. Auf den Feldern begegneten uns viele Landleute. Sie ackerten ihre Felder, um das spätere Ge— treide einzusäen. Sie graben das Land zuerst mit krummen Spaten um. Die Besatzungen der Soldaten von den Wacht— häusern am Wege beschäftigen sich auch mit dem Ackerbau*).
) In der Geschichte der Kaiser aus dem Hause Min wird unter andern erwähnt, daß der Unterhalt der zahlreichen zum
Schutz nöthigen Truppen, die man nothwendig an diese weit
ausgedehnte Gräuze, welche China von der Mongoley schei— det, verlegen mußte, dem Reiche sehr theuer zu stehen kam. In Folge dessen gab der Kaiser Chun-u, der erste aus dem Hause Min, der im vierzehnten Jahrhunderte regierte, die
Verordnung, daß drey Viertel der Krieger sich mit dem
Ackerbau beschäftigen, und das eine Viertel den Dienst in
den Festangen versehen sollte; im Falle aber feindlicher Ein—
fälle, sollten alle sich bewaffnen und zur Vertheidigung der
Festungen und ihrer eigenen Familien bereit seyn. Zur Ue—
bung in der Kriegskunst war die Zeit des Winters bestimmt.
Jeder Krieger mußte 50 Striche Land bearbeiten, die Mu
genannt wurden und ungefähr 30 Klaftern*) lang und 6
Klaftern**) breit waren. Nach der Berechnung der Anzahl
*) 90 Arschinen, fast 1152 Leipz. Elle, od. 204 rheinl. Fuß.
A. d. U. **) 28 Arschinen, 223 Leipz. Ellen, oder fast 41 rheinl. Fuß. A. d. U.
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