Teil eines Werkes 
2 (1825) Aufenthalt in Pekin
Entstehung
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meidliche Noth zwingt die in Regimentern Dienenden, be sonders die Manshuren, viel und schnell zu reiten, mit dem Bogen zu schießen. Tänze kennen sie nicht, ausgenommen die Pantomimen, die sehr unvollkommen sind, und von Schauspielern vorgestellt werden.

Die gesellschaftlichen Unterhaltungen der gebornen Chi neser, eben so auch der Manshuren, von gewissen Jahren und Range, sind sehr zwangvoll. So sehr in Europa eine Gesellschaft ohne Damen langweilig ist, eben so sehr hält man in China eine Gesellschaft mit Frauenzimmern für un⸗ anständig und niedrig. Eine Gesellschaft der Chineser gleicht oft einer Sitzung einer Akademie, in welcher ihre unaufge klärten Damen keinen Platz haben dürfen, als Personen, die der Ordnung und Wichtigkeit ihrer Unterredungen hin derlich sind. In einer Versammlung von Leuten von Er

ziehung wenden alle ihre Aufmerksamkeit auf die ältesten,

och Ack Femme Maat I Rror gsüftklͤarn 21 Fee welche, nach dem Mac r Aufklärung, zum Inhalte

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1 ihres Gesprächs moralische Gegenstände wählen, die, so zu

sagen, als Vorlesungen 1 die jungen Leute dienen. Ob gleich solche gesellschaftliche Unterhaltungen nicht selten ziem lich einfältig sind, so sind sie doch stets, selbst bey den Landleuten, mit einem gewissen Ernste verbunden, und über schreiten nie die Schranken der Wohlanständigkeit. Jeder chinesische Beamte wird auch zugleich für einen Gelehrten gehalten. Sein langsames und überdachtes Gespräch, mit entsprechenden Bewegungen des Körpers verschönert, zeichnet ihn vor den übrigen aus. Personen von Wichtigkeit geben sich ein Ansehen, als wären sie in tiefe Betrachtungen verf senkt.

Sie lieben die Geschichte; sie entlehnen daraus passende Gegenstände, machen Auslegungen darüber und führen durch ihre Urtheile immer zur Belehrung und Nachahmung. Mit

demüthigem Geiste wiederholen sie die Thaten weiser Vor