14 Allgemeine Betrachtungen.
eine Aehre; es erzeugt stets Getreide. Wenn die Erde angebaut, durch den Dünger fruchtbar gemacht worden ist, so bringt dasselbe Feld in einer gleich günstigen Jahrszeit mehr hervor, als wenn der Boden diese Zurichtung nicht erhalten hätte; das sind Ursachen, die stets dieselben Wirkungen haben. Nun wird man aber auch sogleich einsehen, daß in der National-Oekonomie dasselbe statt findet. Eine Thatsache ist stets die Folge einer oder mehrerer vorausgegangener Thatsachen, die die Ursache davon sind. Die Ereignisse von heute sind durch die gestrigen veran— laßt und werden auf die morgenden Einfluß haben; alle waren Wirkungen und werden hinwiederum zu Ursachen; gleichwie das Getreidekorn, das ein Erzeugniß des letz⸗ ten Jahres war, in diesem Jahre eine Aehre hervorbrin— gen wird. Die Meinung, irgend ein Ereigniß in der physischen und moralischen Welt erfolge ohne Ursache, heißt so viel, als glauben, ein Halm schieße ohne Saa— men aus der Erde hervor, was nur durch ein Wunder geschehen könnte. Daher der gemeine Ausdruck: Die Kette der Ereignisse, der uns zeigt, daß wir die Ereignisse als Ringe betrachten, die sämmtlich mit ein— ander verbunden sind.
Allein, welche Gewißheit haben wir, daß eine vor— ausgegangene Thatsache die Ursache einer folgenden sey und daß eine Reihe festverbundener Zwischenringe diese beiden Hauptringe mit einander verbindet? Wir schrei— ben ein Ereigniß, das wir sehen, einem gewissen vorher— gegangenen Umstande zu; irren uns aber vielleicht; der dem Ereigniß vorausgegängene Fall ist vielleicht nicht die Ursache desselben. Aus Unkenntniß der wahren Ur— sachen der Ereignisse sieht der unruhige Geist des Men— schen sich nach übernatürlichen um, und nimmt zu jenen abergläubischen Gebräuchen und zu jenen Zaubermitteln seine Zuflucht, die in den Zeiten der Unwissenheit so sehr


