Allgemeine Betrachtungen. 11
große Baco mußte erst die Menschen auf die Mittel auf— merksam machen, durch die sie sich von der Wahrheit
überzeugen können; diese Mittel sind die Versuche,
falls man die Thatsachen, die man nach Gefallen wie— derholen kann, erforschen will, und die Beobachtung, falls die zu untersuchenden Thatsachen durch den Gang der Natur herbeigeführt werden. Auf diese Weise zeigen uns die chemischen Versuche, was aus der Mischung zweier Substanzen entsteht, während uns die astronomischen Beobachtungen über den Lauf der Gestirne belehren.
Es vergieng fast ein ganzes Jahrhundert, ehe man den von Baco gegebenen Rath für gut fand; so lange wehren sich die Menschen gegen die Vernunft, ehe sie sich ihr unterwerfen! Doch trug endlich das Genie Baco's, von Galilei, Descartes, Newton und mehreren anderen unterstüzt, über die Grundsätze der Schule und die will—⸗ kührlichen Systeme, die bis dahin geherrscht hatten, den Sieg davon. Durch sie wurden die Wissenschaften hoch gehoben, denn die erfahrungsmäßige Methode hat das Gute, daß sie die Irrthümer, zu denen sie verleitet hat, selbst wieder verbessert: ein mit mehr Sorgfalt angestell— ter Versuch und zu verschiedenen Zeiten durch Menschen aus verschiedenen Ländern wiederholt, verbessert einen unvollkommenen Versuch und wirft um so gewißer eine
erfordern, kommt ihnen keine Autorität zu. Ihnen schien die Wissenschaft, nicht die Kenntniß dessen, was ist, sondern die Kenntniß dessen zu seyn, was geglaubt oder vorausgesezt wurde. Plinius sagt nur: Man erzählt: aber niemals: ich habe es unter sucht. Er beschreibt in vollem Ernst einen Fisch, der sich im Meere in der Gestalt eines Baumes erhebt, dessen Zweige so ausgebreitet sind, daß er niemals durch die Meerenge von Gibraltar hat schwimmen können. Er glaubt an das Daseyn der Nereiden und der Tritonen.(Plinius 9. Buch, Cap. 4 und 5.)


