Teil eines Werkes 
3 (1811) Anleitung zur Kenntniß der belgischen Landwirthschaft. 3
Entstehung
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gehbrte vormals zu den Niederlanden, die nebst der unter einem weit glücklichern Himmelsstriche gelegenen gombardey den reichsten Erdstrich Europens ausmachen.

Es herrscht ein ziemlich verbreitetes Vorurtheil unter den agronomischen Schriftstellern, als wenn dem Boden von Flandern eine alle Begrisse überstei⸗ gende Fruchtbarkeit eigen sey.G. Dieser Irrthum mußte sich um so leichter verbreiten, da diese Herren es einer dem andern nachschreiben, ohne den Ackerbau auf dem Felde selbst studiert zu haben.

Die kändereyen der Castellaney von Lille sind durchgehends thonig, geschlossen, kalt und schwer. Sie brausen nicht mit Säuren. Sie halten den Re gen än. Bey der Hitze trocknen sie aus und bekom men Risse. Werden sie bey nassem Wetter gepflügt, so schneidet sich der Boden wie ein feuchter Teig. An einigen Orten findet man in einer Tiefe von 3 bis 4 Fuß Wasser; an andern liegt über dem Wasser eine Schicht einer noch härtern und festern Erde, als die der Oberfläche ist. Es ist eine Art Schurf, die mehr oder weniger tief in dem Boden steckt. Zuweilen fin⸗ det sich unter dieser Schicht eine ändere von Thon. Wieder an andern Orten ist der Untergrund von einer steinigen Substanz, die aus zerfallenen Muscheln zu bestehen scheint. Sie bildet ganze Massen einer zarten leichten Steinart, die sich an der luft verhärtet, und daher zum Bauen gebräucht werden kann.

Eine auszeichnende Eigenschaft dieser Ländereyen ist die außerordentliche Feuchtigkeit. Der größte Theil

der

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