Teil eines Werkes 
5 (1811) Die Staats-Finanz-Wirthschaft
Entstehung
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Es giebt also für den menschlichen Geist keine höhere Ten⸗ denz, für das Gemüth keine wohlthätigere Erweiterung, als die Lösung des Problems: wie kann die Staats-Finanz⸗Wirth⸗ schaft aus dem Sanktuarium der Nazional-Oekonomie selbst hervorgehen, mit der sie doch im Streit ist? Wie kann diese Staats-⸗Gewalt, die bisher in eherner Rüstung mit zerschmet ternder Keule an der Pforte der Gesellschaften stand, die, gleich dem Briareus, ihre tausend Arme durch alle Staats- Haushaltungs⸗Zweige streckte, die der Menschheit bis jezt nur als eine feindliche Hyder erschien, welcher die von der Philoso phie abgeschlagnen Köpfe endlos nachwuchsen; wie kann sie zur Priesterin der beschüzenden Gottheit geweiht wer den, die über das Heil der geselligen Menschheit wohlthätig waltet?

Dieses Problem ist es, das ich in dem Werke: Ueber die Staats-Finanz⸗Wirthschaft, nach Nazional⸗ Oekonomistischen Grundsäzen, zu lösen versuche.

In erhabenen, tief in das Heil der Menschheit einschnei⸗ denden Themen ist auch der kühne Versuch dankenswerth. Dieß ermuthet mich, dieß beruhigt mich auf den Mißfall.

Wahr und ewig sind die Geseze der Nazional⸗-Oeko⸗ nomie; heitrer Lebens⸗Genuß ist der Zweck des Men⸗ schen; ihn zu sichern, zu befördern, der Staats⸗-Zweck. Zu ihm müssen alle Regenten, alle Staats⸗-Formen sich bekennen; und es ist zu früh: die Menschheit des unermeßlichen Jam⸗ mers anzuklagen, den die Geschichte aller Staaten als Folge der Verirrungen des menschlichen Geists: in der Wahl der gesellschaftlichen Formen, aufbewahrt hat; Es ist zu fruh: so lang der menschliche Geist nicht in der Ausbildung der Staats-Gesezgebung und Staats⸗Verwaltung den höchsten Punkt erklommen, so lang er diese, nicht den Spekulazionen der Metaphysik, sondern der reinen Anthropologie angepaßt hat.

Dahin strebe also, wer Kraft in seiner Brust, wer ein Herz sich im Bufen fühlt. Und wenn nun einmal die Staats⸗