Teil eines Werkes 
5 (1811) Die Staats-Finanz-Wirthschaft
Entstehung
Einzelbild herunterladen

. will der Mensch in der Sinnen⸗Welt? Was erkennt er als seinen Zweck im irdischen Daseyn? An der Lösung dieses Problems hängt die Beantwortung der Frage:

Was ist Staats-Finanz⸗-Wirthschaft nach Nazional- Oekonomistischen Grundsätzen?

Der Mensch will Lebens-Genuß. Dieses Stte ben ist mit Flammen-Zügen auf seine Stirn gegraben. Es

tobt in der Kindheit, glüht im Sommer, im Herbste, und

glimmt noch kraftvoll im Winter seines Daseyns, wenn alles erstarrt ist. Dieses Sehnen, dieses unsterbliche Sehnen nach Genuß finden wir selbst in den Empfindungen wie er: Glaube, Liebe und Hoffnung; den Grazien, die der Mensch sich zu Führerinnen wählte in die dunkle ver schleyerte Zukunft, um Genuß auch jenseit des Grabes zu erstrecken. Genießen will der Mensch, welches auch im⸗ mer seine Ansichten, seine Leidenschaften, sein Tenzerament, sein Kultur⸗-Stand sey.

Jenes Sehnen nach unsterblichem Genuß gab ihm den Zweck der Veredlung, der intellektuellen und sittlichen Ausbildung. Und gerade diese Ausbildung erhöht auch sei⸗ ne sinnliche Genuß-Empfänglichkeit, seine Genuß-Fähig keit. Je näher dem Gotte, je reicher an Genuß⸗-Organen, je ärmer an Genuß-Mitteln.

Dieser Entwicklungs-Trieb, dieser Ausbildungs drang, der Nimbus der Menschheit, zwingt den Menschen magisch zur Geselligkeit; und die Geselligkeit allein kann wieder ihn befriedigen. Aufgeregt sind nun alle schlummern de Kräfte; aus der Gruft seines isolirten Selbst geht der verbundene, derschmolzene Mensch auferstehend hervor, sich selbst ine neue Erscheinung.