Teil eines Werkes 
3 (1808) Die Nazional-Oekonomie. 3
Entstehung
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Nur in Zeiten der Ruhe, nur als die Ausbildung der Regierungskunde und des reinen Geists der Staatseinrichtun gen und der Staatsverwaltungen auf einen sehr hohen Grad geklommen war, überwand das Gefühl des Bedürfnisses jene Indolenz, die dem menschlichen Geiste so natürlich ist, der stets nur zunächst dasjenige anfaßt, was ihn für den Augenblick preßt. ö

630.

Wahrscheinlich ist es auch die mit jedem Moment zu⸗

nehmende Mannichfaltigkeit der menschlichen Hand lungen und Begebenheiten, und die daraus entspringende, mit jedem Moment neu gebohren werdende Unvollständig⸗ keit der peinlichen und bürgerlichen Gesezgebung, welche die Staatsverwaltungen in dem Unternehmen einer vollstän digen Legislazion muthlos machte, indem sie ihnen diese als eine moralische Unmöglichkeit darstellte.

Unter allen Europäischen Völkern hat die Preußische Nazion zuerst ein möglichst vollständiges bürgerliches Gesez buch sich gegeben.

Ich sage, die Nazion hat es sich gegeben.

Der Königliche Philosoph, Friedrich der II., kannte den Geist der Nazion, die er beherrschte; denn Er vorzüglich hatte sich ihrer Empfänglichkeit für Geistesbildung bemächtigt, um sie auf diesen Punkt zu führen. Er wandte alles an, was bey dem Zustande der Monarchie, und in einem Zeit alter, über das er selbst noch zu weit empor ragte, möglich war, um dieser Gesezgebung Vollständigkeit und Wahrheit zu sichern. Er soderte die denkenden Menschen, nicht seiner Nazion allein, sondern aller Nazionen auf, zur Vollen⸗ dung dieser Gesezgebung mitzuwirken. Und diese Beru