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sie selbst geschaffen, mit Ausschweifungen, die sie selbst geregt, oder hervorgebracht hat.
Gut und rein ist die Menschheit; so entschlüpft sie der Natur. Die Gesezgebung ist es, die sie verstümmelt, und verkrüppelt, weil sie es nie wagt, sich ihrer heiligen Be— stimmung zu widmen; weil sie mit dem Janusgesichte stets auf Vergangenheit schaut; und mit ihr hat sie doch nichts zu thun; ihr gehört nur die Zukunft an. Das tie— fe Gefühl jenes Geistes der Gesezgebung hat die französische Revoluzion hervorgebracht. Unglücklicherweise hat sich, durch einzelne temporelle und lokale Mängel in der Staatsverwal— tung begünstigt, bey einer lebhaften Nazion dieses allzurege Gefühl auf den Umsturz der Staatsverfassung gewor— fen; die Revoluzion in der Gesezgebung, von deren Nothwendigkeit alle denkende Wesen ergriffen waren, ist von der Ehrsucht in eine Revoluzion des Staatssystems ver— wandelt worden.
Veranderung in der Staatsverfassung, Abstellung
ihrer Mängel, können nur allmählig, nur mit schonender
Hand vorgenommen werden, oder vielmehr sie müssen gar nicht vorgenom men werden, sie müssen aus ihr selbst her— vorgehen. Sie muß in der immer, aber ruhig und rein lodernden Flamme der öffentlichen Mein ung sich selbst von allen Schlacken reinigen, ohne irgend einen gewaltsamen Scheidungsprozeß.
Ganz anders verhält sichs mit der Gesezgebung. Bey Ihr ist Schonung Irrthum. Für sie ist die Mensch— heit ein neugebohrnes Kind; kein Zögling, der gebildet werden muß, dessen Fehler vertilgt werden müssen. Sie gehört nicht der Vorwelt, nicht der Gegenwart; sie gehört
der Nachwelt an.
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