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Ideen über die Mittel, das Sinken des Preisses der landwirthschaftlichen Erzeugnisse, also auch des Grundeigenthums zu hemmen, und jenem und diesem Stätigkeit zu sichern / entworfen von ... Julius von Soden
Entstehung
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Für positifen Werth, für verglichenen Werth, und für Preis müssen wir einen bestimmten Kreis oder Wirkungs⸗Raum annehmen.

Der weiteste, ausgedehnteste, ist der des posi tifen Werths, obgleich nicht das Universum. Denn Kleidungs-Stücke, Einfeuerungs-Mittel zum Beyspiel, die in einem großen Theile der bewohnten Welt positifen Werth haben, sind in den heißen, südlichen Himmelsstrichen kein Genuß-Mittel, also ganz werthlos.

Enger ist der Kreis des verglichenen Werths und der engste ist derjenige des Preises, den meist nur temporelle, oder örtliche Verhältnisse bestimmen.

Wie soll nun, bei dieser unendlichen Wandelbarkeit, des Preißes, die Schätzung für das Darlehn Sicher stellung gewähren, in sofern es durchaus weder vom Ei genthümer, noch vom Schätzmanne abhängt, diesen Preiß zu bestimmen?

2.

Alle, auch noch so umständliche, noch so ängstliche In struktionen des Schätzmanns können den Mangel des Prin zips nicht ergänzen. Wir sehen daher im praktischeu Le ben, daß die Schätzmänner für ihre Schätzung keinen Grund anzugeben wissen, daß sie in ganz prinziplosen Betrachtungen, Ansichten und Rücksichten umherschweifen, und z. E. zur Verhypothezirung einen weit höhern Schätzungs Maasstab annehmen, als zur Verhandlohnung, oder bei Erbvertheilungen.