536 Fabrikation von. Frittenporzellan.
[8 Eimer(20 Quart englisch) Schlamm von blauen Thon(das Quart 48 Unzen wiegend), 6 Eimer Schlamm von gebrannten Knochen(das Quart zu 4 Pfund), 130 Pfund Kaolın(china clay), 120 Pfund zer- setzten Granit, I Unze Kobaltblau(Smalte).— Die Glasur dazu: 18 Pfd. Flintglas, 20 Pfd. gebrannter Kiesel, 56 Pfd. zersetzter Granit, 46 Pid. Boräx, 1 Unze Kobaltblau. Diese Masse wird geschmolzen, zer- stofsen und mit 60 Pfd. Bleiweils vermischt, auf der Glasurmühle ge- mahlen und fein gesiebt.— Eine andere Composition ist: Sand von Lynn 150, Knochenasche 300, Pottasche 10; der Fritte von diesen Substanzen setzt man 100 Kaolin zu. Die Glasur besteht aus: zersetztem Granit 45, Kiesel 12, Borax 15, Flintglas 20, die Fritte davon wird mit 12 Mennige vermischt.
Man fertigt aber auch in England ohne Knochenäsche ein Frittenpor- zellan, wie folgende Massenversätze beweisen: 60 zersetzter Granit, 40 Thon und 2 Flintglas; die Glasur aus: 30 Granit, 15 Kiesel, 6 Men- nige, 5 Soda, diese werden gefrittet und zu 44 Th. der Fritte 23 Flint- elas und 15 Bleiweils gesetzt. Auch soll man mit Schwerspath und kohlens, Strontian Massen fertigen.]
Es ist einleuchtend, dafs zum Glattbrennen eines solehen Porzel-
I weniger Witze erforderlich ist, als zum Brennen des ächten Feld-
spalhporzellans, dafs die Glasur weit leichter schmelzen muls, da sie
viel Bleioxyd, Glas und Borax enthält, es steht aber in Güte dem äch- ten beträchtlich nach. Die Construction der Brennöfen in den Potteries
R bedingen durchaus nicht die Erzeugung einer hinlänglichen Hitze, um
ichtes Porzellan brennen zu können.— Frittenporzellan wird in England
zu Chelsea, Coalport, Derby gelertigt.
[| Ueber Porzellan siehe Brongniart im D. d. se. n. T. IT. p. 78. und im D. t. T.XVIH. p. 279.— Bastenaire- Daudenart Vart de fabriquer la porceleine, Paris 1827, 2 Tom, Klaproth und HWolfs Wörterbuch der Chemie Artikel„Thonwaaren”(was Porzellan betrifft zum gröls- ten Theil von Hrn. Geh. Bergrath Frick, Dirigenten der Fabrikation von weilsem Porzellan in der königl. Manufaktur zu Berlin bearbeitet). Tcher Porzellanmalerei.: das°D. 14s8::XV. p. 486.— 5. dimans m Bullet..d. 1. societe d’Encour, 1829. p. 157.— Prrch- Es Vol Ile. 73.— Krünitz ökonomisch-technologische Encyklopädie Bd. 115. Artikel „Porzellan”(unvollendet).]
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Berlin. gedruckt bei A.. Petsch.


