22 Schmelztiegel, Ausgüsse, Kolben.
sich mit Platin legiren, verbinden, wodurch stets leichter schmelzbare Produkte entstehen, z. B. Phosphor, Schwefel, mehrere Metalle. Hat ein Tiegel ein Loch, so muls er als altes Platin aufgelöst werden, denn eine Löthung mit feinem Gold nutzt nicht, da Gold schon bei 32° Wedgwood schmilzt. Silbertiegel sind bei Schmelzungen nothwen- dig, wo mit Kali, Baryt, Lithion gearbeitet wird, welche sämmt- lich Platin angreifen; freilich ist ihre leichte Schmelzbarkeit ein Hinder- nils vielseitiger Anwendbarkeit. Tiegel von Gufseisen braucht man unter andern zur Bereitung von Schwefeleisen, da Roheisen vom Schwe- fel nicht angegriffen wird. Die sogenannten Kohlentiegel sind Reifs- bleitiegel, welche mit guter Kohle ausgefüttert(brasgue) sind, die ge- nau in dieselben hineinpafst, und im Innern eine Höhlung zur Auf- nahme der zu reducirenden Substanz hat. Sind es leicht schmelzende Körper, wie Schwefel, Blei, Zinn ete., so bedient man sich zur Schmel- zung auch der eisernen Schmelzkellen, Schmelzlöffel, mit langem Stiel.— Zum Ausgielsen der Metalle, um sie in bestimmte Form zu bringen, bedient man sich theils der Stängelchenform, moules, theils des Giefsbuckels, theils der Zainform, lngotiere; durch erstere erhält man Stängelehen, durch die zweite konische Stücke, durch die dritte Zaine, Barren.(Es gehören hieher auch Kapellen, Röstscherben, Probirtuten, von welchen weiter unten beim Pro- birofen die Rede sein wird.)
2) Geräthe zum Auflösen auf nassem Wege sind mannichfaltig: braucht man keine Wärme zum Auflösen, so nimmt man es in Glaseylin- dern vor, oder in Reibschalen von Serpentin, Porzellan, unter stetem Umrühren mit dem Pistill, oder einem Glasstab, Porzellan- oder höl- zernen Spatel, in Schüsseln, Näpfen; auch gebraucht man dazu Glaskol- ben, Violen, matras, fioles, die man auf Strohkränze, valet, setzt, oder auf kleine geflochtne Körbehen, wie Fig. 6 Tafel I. zeigt; diese Körbehen sind für zwei verschieden grofse Kolben brauchbar, Ist Wärme zum Auflösen erforderlich, so geschieht es theils in Porzellan- schalen, theils in Kolben, selbst in Retorten mit Vorlage,(Wie die Erwärmung geschieht, davon weiter unten.)
3) Geräthe, um pflänzliche und thierische Substanzen mit Flüssig- keiten auszuziehen, zu extrahiren. Man unterscheidet kalten und war- men Aufgufs, Infusion. Um einen kalten Aufgufs zu bereiten, über- gielst man eine gepulverte Substanz in einem beliebigen Gefäls mit der Flüssigkeit; ist jedoch letztere flüchtiger Natur, so muls'ersteres ver- schlossen werden, mit Blase, Stöpsel. Dies nennt man auch das Einweichen, Maceriren. Die Realsche hydrostatische Presse: ist zu solchen Auszügen anwendbar, wo durch den Druck einer fallen-
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