Teil eines Werkes 
Bd. 1 : Abt. 1 (1831) Elemente der technischen Chemie
Entstehung
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Filtra, Filtriren. 19

zu filtriren. Die Seihetücher sind aus gröberer, gebleichter Leinwand, auch von Flanell. Spitzbeutel, Beutel aus Leinwand von koni scher Gestalt, werden an Tenakel befestigt, und in einem Gestell mit 3 Fülsen aufgehangen.

2) Filtra, Trichter, Filtrirgestelle. Sol eine Flüssigkeit von einem Niederschlag oder von ihr beigemengten fremdartigen Theil- chen getrennt werden, welches nicht allein durch vorsichtiges Abgie- sen, Dekantiren, geschehen kann und soll, so geschieht es durchs Filtriren. Hiezu hat man Glastrichter, entonnoir, funnel, von der auf Tafel I. Fig. 35 abgebildeten Form; sie werden in das Loch eines Trägers gesteckt, welcher durchs Herauf- und Herabstellen eines schieb- baren Arms an einem lothrechten Stabe in die nöthige Lage versetzt werden kann. Statt des abgebildeten Filtrirgestells kann man auch den Ringapparat eines Lampenofen gebrauchen. In den Trichter bringt man ein aus ungeleimten Druckpapier gefertigtes und nach der Grölse des Trichters geschnittenes Filtrtum, welches aber vom Rande des letztern stets einige Linien abstehen, also kleiner sein muls, als der Trichter, Will man das Filtriren beginnen, so muss erst das Filtrum mit Wasser benetzt werden, damit es überall gleich feucht werde, und an die Trich- terwand sich anlege, sonst zerreilst es leicht beim Filtriren. Man stellt Bechergläser, oder andere Gläser unter, jedoch so, dafs die Röhre des Triehters die Wand des Glases berühre, damit die Flüssigkeit längst derselben herabrinne und nicht spritze. Bechergläser sind sehr bequem, weil wegen des gebogenen Randes Flüssigkeiten sich gut ausgielsen las- sen; man nennt sie auch Filtrirgläser. Will man ausgielsen und nichts verlieren, so bestreicht man den Rand an einer Stelle mit ein wenig Talg, und giefst so, dals an einem herangehaltnen Glasstab die Flüssigkeit herablaufen kann.

Ist alles durchfiltrirt, so wäscht man den gewonnenen Niederschlag mit Wasser aus, dies geschieht mittelst einer Spritzflasche, zu wel- chem Zweck man jede Glasflasche zurichten kann; man steckt in den Kork luftdicht ein Glasröhrchen, welches in eine Capillarröhre ausge- zogen, bläst Luft durch die feine Mündung in die mit Wasser zu 2 ge- füllte Flasche, und hält dann dieselbe umgekehrt, so drückt die ver- dichtete Luft das Wasser in einem Strahl heraus, welcher den auf dem Filtrum ausgebreiteten Niederschlag vollständig'aussülst, edulcorirt. Man fährt so lange fort, bis das Absülswasser nichts Fremdartiges mehr ent- hält, was man durch den Geschmack und durchs Abdampfen prüft.

Für gröfsere zu filtrirende Quantitäten hat man Trichter aus Por- zellan, Gesundheitsgeschirr, welche konisch geformt, mit vielen Löchern in der untern spitzen Hälfte versehen sind; man setzt sie auf Glascylin-

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