18 Zinkgewinnung aus der Blende. Zgw. am Harz.
schlesischer Construction; man redueirt binnen 24 Stunden 12 Centner geröstete Blende, so viel als 2 Oefen täglich rösten können; die Besez- zung einer jeden Muffel beträgt% Centner, welche binnen 12 Stunden abgetrieben; nach 16maligem Laden werden die Muffeln ausgeräumt; die Dauer derselben durchschnittlich ein Monat. Zum Darren des Holzes sind 8 Darröfen angelegt.— Man gewinnt von 300 Pf. gerösteter Blende durch eine Destillation aus 12 Muffeln 130 bis 140 Pf. Werkzink, oder 43 bis 462, die Rückstände enthalten noch 5,45 Zink. Zu einer solchen Destillation werden 25 Kubikmeter gedarrtes Holz verbrannt.
Endlich gewinnt man auch auf dem Unterharz bei Goslar zu Oker Zink als Nebenproduct beim Ausschmelzen zinkischer Blei-, Silber- und Kupfererze; man verschmelzt dort die Erze des Rammelsberss, welche bald mehr bald minder braune Blende eingesprengt enthalten. Die dortigen Bleischachtöfen haben eine zu diesem Zweck besonders ge: troffne Einrichtung, einen sogenannten Zinkstuhl. Da nämlich das in den Blei- und Kupfererzen enthaltne Zink sich verflüchtigt, so hat man an der Vorderwand des Schachts einen Schieferstein angebracht, wel- cher fast horizontal gelagert, ungefähr} Fuls weit in den Schacht hin- einreicht, und nach einem in der Vorderwand angelegten schräg abfal- lenden Kanal den Zugang möglich macht. Man giebt nun an der Vor- derwand Kohlenlösche auf, diese bildet über dem vorragenden Stein eine Säule von Kohlenklein, welche Zinkdämpfe aufnimmt, die sich in derselben niederschlagen. Von Zeit zu Zeit wird der Kanal in der Vor- derwand geöffnet, und das angesammelte Zink abgestochen. Aber bei weitem die gröfsere Menge Zink verbrennt, und setzt sich als Ofenbruch an den Schachtwänden oben an der Gieht an, und würde den Schacht unfehlbar verstopfen, wenn nicht von Zeit zu Zeit derselbe entfernt würde. Man gewinnt zu Oker nach jedem Schmelzen von 12 Tagen 2 Ceniner Ofenbruch, mehr von Bleierzen, als von Kupfererzen, bei deren Ausschmelzen man mehr metallisches Zink erhält. Dieser Ofen- bruch wurde zeither auf Messing benutzt(siehe bei diesem), allein jetzt nicht mehr.
Das Kaufzink kommt theils in zolldieken Platten in den Handel, theils wird auch viel Zink zu verschieden starkem Blech ausgewalzt, was in Oberschlesien.zu Rybnick, Malapane, auf der Friedrichshütte und auf dem Kupferhammer zu Neustadt-Eberswalde und Hegermühl am Finowkanal geschieht. Zu diesem Ende wird das Zink theils noch- mals umgeschmolzen, theils auch nicht, je nach der Beschaffenheit dessel- ben, welche weniger von der Qualität der Erze, als von der Behandlung des Zinks beim Schmelzen abzuhängen scheint. Die Zinkplatten werden in Anwärmöfen von ähnlieher Construction als die für Eisenblech, jedoch
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