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der wieder in zwey theilt, wie beym Rapunzel und der Eichen-Mistel; arm förmige, wenn die ent⸗ gegen gesetzten Aeste sich rechtwinklig durchkreuzen, wie bey unserm Pfefferkraut oder der Garten-Sa⸗ turey; sparrige, wenn die Aeste unter stumpfen Winkeln abgehn, wie bey der Rothtanne.
3. Der Umfang giebt wichtige Unterscheidungs⸗ zeichen her, die durch bestimmte Kunstwörter ausge⸗ druckt werden. Was rund und halbrund sey, brauche ich Ihnen nicht zu erklären. Aber sehn Sie die Stengel des gemeinen Johanniskrauts an, so wer⸗ den Sie finden, daß auf zwey Seiten eine Haut her— unter läuft, die zwey entgegen gesetzte scharfe Win—⸗ kel bildet. Einen solchen Stengel nennt man zwey— schneidig. Sind die entgegen stehenden Winkel aber abgerundet, so nennt man den Stengel zu sam- mengedrückt, wie bey den Nareissen.
Wenn der Stengel Ecken hat, so unterscheidet man kantig, eckig und seitig, nachdem die Ecken scharf oder abgerundet, und die Seitenflächen eben oder vertieft sind. So sagt man: drey-oder vierkantig, wenn der Stengel drey oder vier scharfe Ecken und ebene Seitenflächen hat, wie bey manchen Riedgräsern; dreyseitig, wenn drey


