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Dies lebhafte Grün der Wiesen und Wälder, dies bunte und ergötzende Farbenspiel auf gluren und Gebirgen ist nicht bloß da, um unser Ange zu erquicken und den Kummer des trauernden Ge⸗ müths zu verscheuchen. Diese liebliche Schattirun— gen erkennt der Naturforscher als Folgen einer An-⸗ stalt, wodurch die dem Menschen und den vollkom⸗ menen Thieren unentbehrliche Lebensluft bereitet, und das Verhältniß der Bestandtheile des Luftkrei⸗ ses erhalten und wieder hergestellt wird. Jener rei⸗ che Teppich von Moy osen, der die rahlen Wände der Felsen überzieht, ernährt sich vom Thar des Him⸗ mels, der an der Nordseite der Gebirge und Felsen niedergeschlagen wird: er giebt wieder den Quellen der Gebirge ihren Ursprung. Ohne diesen dichten Moosteppich wurden die kryställenen Bäche nicht von unsern Bergen und Felsen— herab— rieseln; öhne ihn würden die Gebirgsthäler n icht so fruchtbar seyn. Und jenes imi Kleid von vielfarbigen Flechten, womit sich die nacktesten Felswände zieren, es ist der erste Anflug der Vege⸗ tation, der, ohne fruchtbarer Dammerde zu be⸗ dürfen, bloß von der Luftfeuchtigkeit lebt, aber durch sein Verwittern jene schwarze, fette Erde erzeugt,
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