Im sächsischen Erzgebirge werden die Ställe alle Wo⸗ chen 3 bis 5 Mal ausgemistet, und der Mist sehr künst⸗ lich auf hohe Beete gelegt. Solch ein Beet ist oft ro Fuß und drüb er hoch und gleicht von ferne einem großen viereckigen Korb; denn die Mägde wissen ihn sehr schön zu formen; nicht allein, daß sie sie regelmäßig viereckig und von allen 4 Seiten völlg senkrecht aufführen, sondern sie legen auch den, mit dem Misthaken rund zusammen gezogenen Mist, nach den Außenseiten des Haufens so
künstlich, daß es völlig wie geflochten aussieht. Hieraus
sieht man, daß im sächsischen Erzgebirge auch am Dün⸗ gerhaufen der Schönheitssinn thätig ist. Aber das äußere Ansehen ist auch alles, was mir an diesen Misthaufen ge⸗ fiel; mit einer gewissen Aengstlichkeit sah ich die Mistfuhr⸗ zeit heranrücken, denn ich fürchtete voraus, daß das In⸗ nere meiner Misthaufen für mich kein zu erfreulicher An⸗
blick seyn würde. Meine Furcht war nicht ungegründet,
die Hitze in diesen ästhetisch geformten, nun aufgebroche⸗ nen Misthaufen war so groß, daß es der Barfüßler kaum aushalten konnte; der Rauch stieg in großen dichten Wol⸗ ken empor, der Geruch war äußerst stechend, und ein gro⸗ ßer Theil des Mistes war in bläuliche Asche verbrannt. Die Mistjauche lief auf diesem Gute, was ich im Erzge⸗ birge eine kurze Zeit bewirthschaftete, unmittelbar aus dem Stalle den Berg hinunter in einen vorbeifließenden Bach. ö Hier in Lithauen und in mehrern andern Gegenden, läßt man den Mist das ganze Jahr hindurch in den niedri⸗ gen Ställen, bis zur Ausfuhr aufs Feld, liegen, dann fährt man gewöhnlich, um der größern Bequemlichkeit
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