Teil eines Werkes 
2 (1801) Entwurf einer Ackerbau-Theorie nach der Natur und den neueren Erfahrungen systematisch geordnet. 2
Entstehung
Einzelbild herunterladen

182

sicht auf die mancherlei Fälle nehmen, die Verände »rungen erfordern, aber deswegen nicht wider die Hauptgrundsätze streiten. Ein Land mag so fett seyn, »daß es weder Rindvieh noch Schaafe gebraucht, es »mag so nahe bei einer Stadt liegen, daß man wegen »des gekauften Düngers andere Feldbestellungen ein führen kann; gewisse Pflanzen können so stark verlangt werden, daß man sie anstatt der Braache zu bauen, wünscht, ob sie gleich nicht für Rind und Schaafvieh gehören, z. B. Rübsaamen zu Oehl, Ta »back, Flachs u. dgl. Solche Ausnahmen müssen »nach der Natur der Dinge häusig seyn, sind aber auf keinen Fall den Hauptgrundsätzen entgegen, auf den diese Untersuchung beruhet.

§. 350.

Insonderheit muß der Landwirth auf eine gute Auswahl der Gewächse und solcher, deren Anbau sich zu⸗ sammenschickt, sehen. Er muß sich der Pflanzen, die für sein Klima besonders bestimmt und deren Anbau gerade da am vortheilhaftesten ist, mehrentheils oder doch nur solcher allein, wovon die Erfahrung uns sagt, daß sie uns einheimisch gemacht werden können, bedienen. Es ist nehmlich bekannt, daß Wein, Seide, Mais, Reis und andere Produkte in dem nördlichen Klima nicht mit dem gehörigen Vortheile cultivirt werden können, indem sie eine durchaus hohe Temperatur verlangen. Ibren Anbau erzwingen zu wollen, würde im Großen nicht allein unmöglich seyn und wider die Natur strei ten; sondern man würde auch dadurch dem einheimischen