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538 Ztvölftes Cap. Verhältn. der Ausgaben
Die völker in unserm Welt-Theile sind also durch die Entdeckung der americanischen Gold—
und Silber-Gruben keinesweges reicher gewor⸗
den, als sie vorher waren. Diese Bergwerke haben uns bloß mehr rohes Material an Gold und Silber zu den Werken der Gold- und Silber⸗ Schmidts-Arbeit geliefert; ein Material, welches wir gegenwärtig zwar wohlfeiler, als vorher, aber doch immer nur in der wechselseitigen Pro⸗ portion der Verkaufs-Werthe ändrer Schätze, die sich verhandeln lassen, bekommen können. Folglich ist jene größere Quantität von Werken der Gold-Arbeiter-Kunst eben so wenig ein Reichthums-Zuwachs. Zu Ludwig des Elften Zeiten war der Reichthum einer silbernen Schüssel von 6 Mark dem Reichthume von 5 silbernen Schüsseln, deren jede das nämliche Gewicht von
6 Mark hat, gleich. Also dürfen wir uns heut
zu Tage von unsrer Pracht an Silber-Geschirre kein Blendwerk machen lassen. Wohlfeilheit und Mode mögen uns verleitet haben, Aufwand in solchen Dingen zu machen, und uns damit einen Anschein von Wohlhabenheit zu geben, den man in vorigen Jahrhunderten nicht kannte, wo doch die Nation im Grunde wirklich reicher war, als sie es itzt ist. Der Schimmer der Vergoldungen, der uns heut zu Tage so sehr blendet, beläuft sich in der Rechnung auf eine Wenigkeit; und diese Rechnung könnte uns wohl noch außerdem belehren, daß der Geschmack an Aufwand in Gold-⸗ und Silber-Schmidts-Arbeiten ein Aus⸗ wuchs ist, der die Säfte im Baume zurückhält. Uebrigens dürfen wir uns auch selbst nicht ver⸗ heelen, daß Gold und Silber eine ausländische Waare sey; und daß wir diese Metalle, wenn wir unsre Lebens⸗Mittel und rohen Producte in
niedrigem
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