22 Neuntes Capitel. Verhältnisse u
ther, und es erfolgt ein Auflaunf. Man klagt, Wch ses
und fällt nicht nur die Getraide⸗Händler, son— 0 bn
dern auch wohl die Bäcker, die Pachter und die Re
Güther-Besitzer an, die nur eine Jahres-Aerndte,
in ihren Speichern haben, welche bloß auf den uldet
Augenblick wartet, wo sich solche ohne Schaden binnz
verkaufen läßt. Man hält das Getraide auf den e
Straßen an. Man zwingt die Obrigkeit, regel— shn
mäßig einzugreifen, die häusliche Freyheit zu ver— urj
letzen, und die Getraide-Böden zu visitiren. Ht u
Man häuft öffentlich Schimpf und Schande, Vant
Fluch und Verwünschung auf einen jeden, der I u
den unglücklichen Einfall gehabt hat, einer NS
Waare, die dem Menschen-Geschlechte zur Nah— 1 vöh
rung dienen soll, das Gast-Recht angedeihen s
zu lassen. ö Eiliufen
Zwiefaches Wie kann es nun dem Landwirthe mitten un⸗ III
welhhe ter diesem, zur Gewohnheit gediehenen Getüm— Iuther!
dem in mel von Schwärmerey und Verblendung ergehn; Iu ut Schmung ge ihm, der zu seiner Arbeit, wie wir erwiesen ha⸗
brachten Mono⸗ Euan
polium ent⸗ ben, bloß durch den Verkaufs-Werth der Pro— Indlamt
bem der. Pres ducte, die er sich mit schweren Kosten erwirbt, suhn!
vinzen, die der die ihm seine dabey gehabten Ausgaben, die*
Hungers⸗*. giug 1— ö Noth dreis ge⸗ Zinsen von seinen Auslagen, die Steuer-Lasten, 110v6
geben sind und und den Belauf dessen wieder einbringen sollen, rer, die durch was er, außer und über seinem eignen Lebens— Stoöbrung des Unterhalte, dem Proprietär zu leisten sich ver⸗
ühren Porra⸗ bindlich gemacht hat, aufgemuntert werden
then diese in kann? Wenn es itzt, nachdem er seine Fonds halt
· Phu. und seine Mühe an die sämmtlichen Arbeiten der unn Cultur und der Aerndte gewändt hat, darauf u
ankömmt, daß er mit dem Ersatze, dessen er I
dringend bedarf, die Geschäffte wieder von vorn umoh
anfangen soll, wozu er nicht einen einzigen suuse y
Tag zu verliehren hat; so meldet sich kein hher
Mensch, der ihm für seine Waare, so unent⸗ m
behr⸗ Hnten


