Teil eines Werkes 
1: Victors de Riquetti, weyland Marquis von Mirabeau, ... Landwirthschafts-Philosophie, oder Politische Oekonomie der gesammten Land- und Staats-Wirthschaft. 1
Entstehung
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438 Achtes Capitel.

Verlauf eines Jahres erfodert: wenn nun euer Territorium nicht mehr als hundert Millionen Malter Getraides tragen kann; so werden von euern sechzig Millionen Menschen ganz gewiß nicht mehr als drey und dreyßig Millionen im Stände seyn, Getraide zu consumiren.— Was schadet das? werdet ihr sagen: diese drey und dreyßig Millionen werden doch hinreichen, den Verkaufs⸗Werth dieses Lebens-Mittels aufrecht

zu halten; und die Uebrigen mogen von andern,

geringern Producten leben: denn wir haben zu allerley mühseligen Diensten in der Gesellschaft arme Leute nöthig.— Ey! freylich wohl! ich habe diese liebreiche Bemerkung schon öfters ge— höret. Freylich habet ihr arme Leute nöthig, um sie mit Füßen zu treten: allein dieser unseli⸗ gen Einrichtung widersetzt sich unsre gemein⸗ schaftliche Mutter, die Natur. Euer Räsonne— ment würde sich recht gut hören lassen, wenn

sich vor euern Rechnungen der Erdboden erwei⸗

terte, wie sich der Himmel vor den Gläsern der Astronomen erweitert. Allein so ist euer Terri⸗ torsum beschränket und begränzet: was nun da⸗ von angewandt werden soll, die Producte zu tragen, die ihr dem armen Volke noch gönnet und überlasset, das alles muß doch natürlicher Weise den Producten von Werth abgehn. Denn die Ausländer werden sich wohl nicht einfallen lassen, euch dergleichen geringe Lebens-Mittel zuzuführen, um sie zu dem niedrigen Preise zu verkaufen, den eure armen Leute dafür geben kön⸗ nen, und der ihnen nicht einmal die Transport⸗ Spesen vergüten würde. So mit werden also eure Ländereyen zu Früchten von geringem Preis Und elender Beschaffenheit gemißbraucht werden, die euch kein Einkommen bringen können. Da

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