Teil eines Werkes 
1: Victors de Riquetti, weyland Marquis von Mirabeau, ... Landwirthschafts-Philosophie, oder Politische Oekonomie der gesammten Land- und Staats-Wirthschaft. 1
Entstehung
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Vorrede des Verfassers. RXVII

»nicht Phantomen und Idolen vor Augen, die durch den »sinnlichen und majestätischen Glanz, der sie umgiebt, „Bewunderung und Ehrfurcht von ihnen fodern und an „sich ziehen. Denn kurz, wenn wir nicht von der Ver⸗ „nunft geführt werden und nicht von Ordnungs-Liebe »beseelet sind; so mögen wir unsern Pflichten auch noch⸗ »so treulich nachkommen, tugendhaft werden wir 285 „nimmer seyn.

„II. Aber die Vernunft, sagt man, ist verdorben; »sie ist dem Irrthum unterworfen; sie muß dem Glauben »unterthan seyn. Die Philosophie ist nur Magd; man »darf ihren Einsichten nicht trauen.— Ewige Zwey— » deutigkeiten! Der Mensch ist keinesweges sich selbst seine „Vernunft und sein Licht. Religion ist die wahre Philo⸗

»sophie; sie ist, das gebe ich zu, weder die Philosophie

„der Heiden, noch der Schwätzer, die da plaudern, was »sie selbst nicht begreifen, die gern Andern allerley vor⸗ „sagen, ehe die Wahrheit zu ihnen selbst geredet hat. Die »Vernunft, von der ich rede, ist untrüglich, unveränder— »lich, unvergänglich. Sie muß immer Herrscherinn seyn; „Gott selbst folgt ihr. Mit einem Worte, wir dürfen »die Augen nie vor dem Lichte verschließen; aber wir müs⸗ „sen uns auch gewöhnen, sie von der Finsterniß oder »allem falschen Scheine, von den verworrenen Empfindun— „gen, von den sinnlichen Bildern zu unterscheiden, welche »denen, die sich nicht gewöhnet haben, das Wahre vom „Wahrscheinlichen, Evidenz von Instinct, Vernunft von »ihrer Feindinn, der Einbilduüng, zu trennen, lebhafte »und glänzende Einsichten zu seyn scheinen. Evidenz und »eigne Einsicht ist mehr werth, als Glaube(). Denn

8 5„der

(0 s. Augustin. de lib, Arbitrie, I. II, c. 2.