Vorrede des Uebersetzers. Xvit
Wie wenig dieser einäugige Führer selbst das physio⸗ kratische System gefaßt und eingesehen habe, erhellt aus allen seinen Schriften, und besonders aus seinem hierher gehörigen Hauptbuche, der Politischen Arihmetik, deren Seichtigkeit der Oekonomist Freville*) sonnen⸗ klar dargethan hat. Voung rechnet, wie nach ihm Dohm und sein Nachbether Rehberg, zu diesem Sy— stem Sätze, die es gar nicht hat, ja von denen es zum Theile gerade das Gegentheil statuirt. Z. E. von einer Vertheilung der öffentlichen Ländereyen in kleine Thei— le, zumal auf Erbzins, welche in Herrn Crome's Com— mentar ausdrücklich zum physiokratischen System gerech— net wird, sagt die Physiokratie nirgend ein Wort. Viel— mehr statuirt die Physiokratie gar keine öffentlichen oder Staats-Ländereyen, gar keine Kammer- und Tafel-Gü⸗ ther, keine Regalien, kein vom Zustande der Staatsbür⸗ gerschaft unabhängiges Staats-Einkommen; und was die großen Landes⸗Portionen der Güther⸗Besitzer anlangt, so verwerfen die ursprünglichen französischen Oekonomi— sten geradezu die Bewirthschaftung der Landgüther durch Halb⸗„Pachter oder Meyer im Kleinen,(la petite culture des Métayers), welcher sie die Cultur-Unternehmungen reicher Pachter im Großen(la grande culture des Fer- miers) mit Gründen vorziehen, die aus dem elenden Zu— stande der Landwirthschaft in Frankreich vor der Revolu— tion hergenommen waren. Es ist aber dieses nicht an und für sich Grundsatz der Physiokratie, sondern bloß Local—
Anwen⸗
*) Bey der französischen Uebersetzung dieses Werkes, Arithmetique politique par Mr. A. Voung, trad. de l' Anglois par Mr. Fre- ville. à la Haye 1778. 2 Vls, gr. 8.
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