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Practische Anleitung zur Erzeugung der veredelten und der feinsten Schafwolle : Eine gemeinfaßliche Darstellung ihrer Natur und Entwickelung, ihrer Veredlung, der besten Schafwäschen, der Schur ... / von vicomte Perrault de Jotemps, F. Fabry und F. Girod. [Aus dem Franz. von Samuel Rönner]
Entstehung
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erforderliche Eigenschaften, sie sind fest, dauerhaft, undurchdringlich, fein, leicht und kernig.

Eigentliche Kammwolle mangelt in Frankreich, die Einführung von Schafarten, die sie hervorbrin gen, würde für die Industrie höchst nützlich seyn.

Die Anzeichen, welche man von dem äußeren Aussehen der Merinospelze zur Beurtheilung ihres Werthes, abnehmen kann, sind oft täuschend.

Die eigentliche Dichtigkeit darf man nicht mit der anscheinenden Dichtigkeit verwechseln. Die er stere kommt nur auf ganz feinen Schafen vor, die letztere auf denen von mittlerer Feinheit.

Der Vortheil, welcher aus der gleichen Feinheit eines und desselben Pelzes hervorgehet, ist jederzeit sehr wichtig, vornehmlich bei ganz feinen Pelzen.

Man kann ein Schaf nicht als genugsam ver edelt betrachten, wenn es nicht wenigstens vier Fünftheile des Gewichts seines Pelzes Prime von der ersten Güte gibt, und nicht der übrige fünfte Theil aus sieben Achttheilen guter Wolle und einem Achttheil schlechter oder Abgang bestehet.

Es ist unmöglich, daß wahre Gewicht zweier Pelze gegen einander zu beurtheilen, wenn man sie in ihrem Schweiße wiegt, weil man den Gewichts- verlust nicht genau bestimmen kann, den sie durch die Wäsche erfahren.

Der Gebrauch der zweimaligen Schur, welche man in Ansehen bringen zu wollen scheinet, un ter dem Vorwand, daß sich das Mittel darbietet, die Fabrikanten, welche kurze Wolle bedürfen, da⸗ mit zu versehen, kann bei feinen Heerden nicht ohne Nachtheil eingeführt werden. Man täuscht sich gänzlich, wenn man durch selbige die Wolle zu