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Die Strich-, Zug- oder Wander-Heuschrecke : ihre Beschreibung, Verheerung in jetzigen und früheren Zeiten und die Mittel zu ihrer Vertilgung ; mit einer Kupfertaf. / von Franz Körte
Entstehung
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Schwarm, nach dem Ausdrucke des Pächters, kleiner schwärzer flügelloser Fliegen ähnliche Insecten, die 14 Tage später schon gefärbte Bäuche, Füße und ganz kleine Flügel hatten, und aus denen, nachdem sie ausgebildet waren, die Zug⸗Heuschrecken hervor⸗ gingen. Diese kleinen Insecten haben in vier Tagen 8 Winspel Winter-Roggen-Aussaat, 4 Scheffel Som⸗ mer⸗Roggen⸗Aussaat, 20 Scheffel Erbsen⸗Aussaat und 1 Winspel 5 Scheffel Hafer-Aussaat abgefressen. Buchweitzen, der nach dem Schaden gesäet worden, und bei meiner Anwesenheit noch sehr klein war, war zwar angefressen, allein es ist unbestimmt, ob dieses von den Heuschrecken oder einem andern Insecte, deren es in diesem Jahre so viel Arten gab, herrührt; der Hafer war so abgefressen, daß man auf dem Acker nur noch einige Spuren davon fand. Von dem noch in Mändeln stehenden Sommer-Roggen waren die Körner theils ganz aus der Aehre gefressen, theils war das Korn nur halb abgebissen, so daß es das Ansehen des geschroteten Kornes hatte. Bisweilen waren auch die ganzen Aehren unter ihrer Basis ab⸗ gebissen. Die Kartoffeln sind völlig abgefressen wor⸗ den, hatten aber bei meiner Anwesenheit im August wieder ausgetrieben.

Da die Kenntniß von dem Feinde, den man bekriegen und vernichten will, allem übrigen voraus gehen muß, so möge hier die möglichst genaue Be schreibung dieses verheerenden Insectes stehen, und