496 Geschichte des europäischen Staatensystems ꝛc.
zeichnet, und zu Korinth durch den Präsidenten der Regierung, den Fürsten Maurocordato, bekannt ge⸗ macht ward.— Durch die Unterhandlungen Oest⸗ reichs und Großbritanniens zu Konstantinopel konnte zwar nicht die zwischen Rußland und der Pforte ein⸗ getretene Spannung völlig beseitigt, doch aber der Ausbruch des Krieges verhindert werden, und auf dem Congresse zu Verona wurden die Abgeordneten der Griechen nicht zugelassen. Der gleichzeitig von Persien gegen die Pforte eröffnete Krieg schien An⸗ fangs die asiatischen Provinzen der Pforte mächtig zu bedrohen; allein auch diesem Kampfe mangelte in der Fortsetzung von beiden Theilen die eigentliche Schwer— kraft der Entscheidung. Er ward,(15. Jul. 1823) durch den Frieden zu Erzerum, auf die vorigen Verhaltnisse beendigt.— Doch liegt die Entwicke— lung der politischen Räthsel im Osten Europens im Dunkel der Zukunft.
138. Sich kusß.
Eine unermeßliche Fülle geistiger Kraft und politischen Lebens entfaltete sich seit drei hundert Jah— ren in Europa; das tritt als unläugbares Ergebniß aus der Geschichte des europäischen Staatensystems während der beiden Zeiträume der neuen und neuesten Geschichte seit der Entdeckung des vierten Erdtheils hervor. Unter mächtigen Erschütterungen brauseten seit 1517 die Religionsstürme, unter noch fol⸗ genreichern und tiefer greifenden Erschütterungen seit 1789 die politischen Stür me durch die gesit— tetsten und kraftvollsten europäischen Staaten und Reiche, die letztern Stürme auch durch die vormali⸗


