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Johannis Kunckelii ... Ars Vitraria Experimentalis, Oder vollkommene Glasmacher-Kunst, Lehrende ... aus unbetrüglicher Erfahrung, herfliessendem Commentario, über die ... sieben Bücher P. Anthonii Neri, von Florenz, und ... Anmerckungen Christophori Meretti ... Die Allerkurtz-bündigsten Manieren, das reineste Chrystall-Glas, alle gefärbte oder tingirte Gläser ... zu machen ...
Entstehung
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14 ANTONIINERI Erstes Buch,

Das Zehende Capitel.

Wie man das Crystallinen und weise, sonst das gemeine Glaß ge⸗ nannt, bereiten solle.

Ann man, die aus dem Pulver gemachte Frittam in den Schmeltz⸗ Topff thut, so bekommet man das weise und schöne Glaß, welches aber insgemein nur das gemeine Glaß genennet wird.

Auf was Weise aber die Fritta aus dem Pulver und der Kochetta be⸗ reitet werde, ist an seinem Ort gezeiget worden: So man die Frittam, aus der Kochetta bereitet, nimmt, alsdenn bekommet man ein herrliches Glaß, welches zwischen dem gemeinen und dem so genannten Bollito, das mittlere ist, und auch Crystall genannt wird.

Der Ofen wird allezeit wie vormals erwähnet, mit dürren und harten Holtz geheitzet, um den Rauch zu verhüten, welcher allezeit schädlich ist, und das Glaß schwartz machet; beyden aber/so wohl dem gemeinen als den Ery⸗ stallinen Glaß, wird, von der Piemontischen präparirten Magnesie, ihr Ge⸗ wicht und gebührlicher Theil zugesetzet, gleichwie von der Bollito oder dem Crystall gesaget worden, so wird es gut und schön werden, denn es wird ih⸗ nen von der Magnesie alle Grünheit benommen.

Das Crystallinen muß allezeit ins Wasser geworffen werden, so er⸗ langet man ein weisses und schönes Glaß; eben dieses kan auch mit dem ge⸗

meinen Glaß geschehen,/damit es auch schön und vollkommen werde: hernach thut man sie wie gebräuchlich/wieder in den Schmeltz⸗Topff: und wann sie seynd rein worden, können sie nach Nothdurfft verarbeitet werden.

Hier ist zu mercken wegen deß Wasser⸗werffens, daß solches in eines jedwedern Belieben stehe; denn es kan auch, so man will, unterlassen wer⸗ den; Wenn man aber das Glaß schöner, als insgemein, begehret, so ist nö⸗ thig, daß es in das Wasser geworffen werde; denn ausser, daß das Glaß weisser davon wird, so wird solches auch noch dadurch calciniret und wohl gereiniget, bekommet auch nicht so viel Bläslein.

Es ist auch allhier dieses sehr wohl in acht zu nehmen, nemlich so man zu 100. Pfund, so wohl deß gemeinen als Crystallinischen Glases, zu jedem be⸗ sonders, 10. Pfund gereinigtes Weinstein⸗Saltz beyfüget„so bekommet man ein fürtreffliches und viel schöners Glaß, und Crystall, denn sonsten; man muß aber/ wie oben gelebret, die an dem Blaßrohr hangende äusferste Stük⸗ lein Glaß micht wie der in den Schmeltz⸗Topff werffen; denn es verursachet allezeit eine schwartze Farb; derowegen soll es nur zu dem gemeinen Glaß gethan werden.

Das

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