ANTONIINERI.
—— werde, was nicht mit derselben ůͤbereinstimmig von mir ist befunden
worden. Im Fall auch diese meine Compositiones, die Arten der Far⸗ ben/ Pasten und Tincturen ʒu bereiten, einem Untersucher, das erstemal
nach meinen fürgeschriebenen Worten nicht gleich gelingen solten, so wollen wir ihn erinnert haben, daß er den uu nicht alsobald sin⸗
cken lassen, und gedencken solle, als ob wir ihm allhier nur Lügen für⸗ geschrieben hätten, sondern er mag sich inbilden, daß er etwa an ei⸗ nem Punct sich verstossen und geirtet habe; sonderlich aber kan sol⸗ ches denen begegnen/ welche in dergleichen Dingen noch niemals die Hände selbst angeleget haben; denn sie können gleich das erstemal, unmüglich zum Meister werden: Solche und dergleichen, wollen sich demnach belieben lassen, das Werck, auf die Art, gleich wie sie es ali⸗ hier fürgeschrieben befinden, noch einmal zu wiederholen, so wird alsdann alles, was sie gethan haben, besser und endlich vollkomme⸗ ner werden. Insonderheit erinnere ich dieses, daß man fleissige Auf⸗ sicht habe, auf diejenigen Farben, davon man keine gewisse und de⸗ terminirte dosin oder Gewicht fürschreiben kan, sondern erst aus der Praxi und Experienz erlernet, und mit einem verständigen Augen⸗ Maaß/ muß unterschieden werden; indem man in acht nimmt/, ob das Glaß, welches man in der Groß, und auf Art der Edelgesteine nach⸗ zuahmen willens ist genugsam, nach Erheischung deß Glaß⸗Wercks und der Pasten, mit der Farb ist getingiret worden.
Nechst diesei ist auch in acht zu nehmen, daß alle gläntzende Steine, so sie in Gold eingefasset, und mit Gold⸗Blättern unterleget sollen werden, eine bleichere Farb/ hingegen diejenigen, welche mit Gold umfasset, und in der freyen Lufft hangen bleiben, eine viel hel⸗ lere und reichere Farb, im tingiren, erfordern; dieses alles aber kan, wie gedacht, auf dem Papier allhier nicht gelernet werden; sondern es wird solches dem verständigen Augenmerck eines jeden Rünstlers überlassen und heimgestellet.
Gleichfalls nehme man in acht, und zwar mit Fleiß, daß die Far⸗ ben und andere ingredientien, welche man zum Glaßtingiren gebrau⸗ chen will wobl præpariret, und mit Fleiß abgerieben werden; sa da⸗ mit ein seder, der mit dergleichen Sachen umgehet, desto sicherer seyn möge, so thue Er am besten, wann Er die Farben, auf die Art, wie wir
angezeiget selbst præparĩret, und machet, so er anderst eine saubere und
nette Arbeit, verfertigen will. An dem Feuer, ist, in dieser Schmeltz⸗ und Glaßmacher⸗Runst, nicht
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