Druckschrift 
Johannis Kunckelii ... Ars Vitraria Experimentalis, Oder vollkommene Glasmacher-Kunst, Lehrende ... aus unbetrüglicher Erfahrung, herfliessendem Commentario, über die ... sieben Bücher P. Anthonii Neri, von Florenz, und ... Anmerckungen Christophori Meretti ... Die Allerkurtz-bündigsten Manieren, das reineste Chrystall-Glas, alle gefärbte oder tingirte Gläser ... zu machen ...
Entstehung
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ANTHONILINEXKI.

kommen: Diese Weinung scheinet von der Warheit nicht weit enꝛ⸗ fernet zu seyn; in Betrachtung, daß man alle Edelgesteine heutzutage

nachahmen kan/ wie wir im fünfften Buch dieses Werckleins klar

würden.

Plinius will, es sey das Glaß bey dem Ufer deß Flusses Beli, in

den worden von einigen Käuffleuten; als welche durch einen Sturm dahin geworffen, und aus dringender Noth daselbst zu wohnen gezwungen/ einen Heerdt, Speise kochen, an dem Ufer bdaueten; da haben sie gefunden eine grosse Lyenge des Kraures, wel⸗ ches von vielen Cali genennet wird, aus dessen Aschen haben gedachto Rauffleute die Sodam und Rochettam bereitet, und also das Glaß verfertiget; solches aber ist vermittels einer grossen Feuer⸗Hitze ge⸗ schehen; nachdeme sie das Saltz und die Aschen des gedachten Rrau⸗ tes mit ein ander wohl vereiniget, und mit dazu tauglichen Sand und Steinen vermischet haben: Dieses nun hat dem menschlichen Ver⸗ stand die Art und Weise gezeiget/ wie nicht allein das Glaß sondern auch die Crystallen und was diesem anhängig, samt noch derglei⸗ chen vielen andern schönen Glaß⸗Werken, hereitet werden können. Uber dieses, so ist bey einem und andern alten Seribenten der Ruff, als ob ʒu dendeiten bey der RBegierung deß Kaysers Liberii, eine WManier wäre erfunden worden wie man das Glas zurichten könne/ daß es sich/ gleich einem andern Metall, hammern liesse: allein, sie fů⸗ en noch darzu/ die Sache wäre nachgehends sehr formidabel geach⸗ tet und dahero verborgen geblieben, heuntzutage aber, ganz und gar unbekant und verlohren worden: Dann, wann dergleichen heun⸗ tigestages sollte erfunden. und an den Tag gebracht werden, so würde

Syrien, erfun

das Glaß, wegen solcher Schöͤne, und Unverderblichkeit in seinem

Werth/ viel höher als das Sold und Silber geachtet werden; da es alsdam weder vom Rost, noch vom Geschmack, Geruch oder an⸗ dern Qualitäten etwas an sich nehmen/ noch von denselben würde verandert werden können.

In dem Gebrauch der Spiegel, und der Brillen⸗Gläser, giebt das Slaß dem Wenschen noch einen andern sehr grossen Nutzen:

Und obwol diese Brillen⸗ Gläser aus dem natůͤrlichen Berg · Crystall, jene Spiegel aber aus den560 Theilen des Ertzes oder Rupf⸗

erweisen wollen; allwo man auch zugleich erfinden wird/ wie auf gleiche Weise das Glaß, aus solchen Steinen, zu bringen seye, welche fůr sich selbst allein, nimmer mehr schmeltzen/ oder zu einen Glaß