Teil eines Werkes 
1 (1795) Beiträge zur chemischen Kenntniss der Mineralkörper. 1
Einzelbild herunterladen

3

DerHerr GeheimeFinanzrath Gerhard*) if, soviel mir bekannt, der einzige Chemiker, welcher, bey seinen schätzbaren Versuchen über das Verhalten der Fossilien im Feuer, auf die Natur der Gefässe die nöthige Rücksicht genommen, und dadurch, dafs er sich zu seinen Arbeiten, neben den Thon- und Kreide-Tiegeln, auch der Kohlentiegel bedient, reine Erfahrungen mitgetheilt hat.

Die im folgenden dargelegten Refultate meiner Verfuche über das Verhalten mehrerer Erd- und Stein- Arten im Feuer, dienen zur Bestätigung ver schiedener von jenen, und können gewissermassen als eine Fortsetzung derselben betrachtet werden.

Bey den Schmelzversuchen der vorgedachten Naturforscher, so wie bey den meinigen, ist blos von der Wirkung des gemeinen Feuers, in Wind- und Porzellan-Oefen, die Rede. Hieher gehören also weder die dioptrischen und catoptrischen Ver- suche, noch diejenigen, welche von mehrern Na- turforschern, unter Anwendung des durch Lebens- luft verstärkten Feuers, angestellt sind. So schätz- bar diese letztern in anderweitiger Rücksicht aller- dings sind, so scheint mir dennoch die heftige Wir- kung einer, durch reine Lebensluft genährten, Gluth zu einem Maasstabe des relativen Verhaltens der Fossilien im Feuer, in mineralogischer Hinsicht, nicht füglich brauchbar zu seyn.

Um aus Versuchen dieser Art richtige Folge-

rungen schöpfen zu können, ist es nöthig, dafs sie

*) Gerhard Vers. einer Gesch. d. Mineralreichs, 2 Theile Berl. 1781. und 1782. Th. 2.$.2. 9.8 44. 1