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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
Entstehung
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wenn es uns jekt räthselhaft scheint, wie damals die Er: haltung und Fortpflanzung einer so kleinen Post Schaafe, die jedem zugetheilt wurde, so viel Schwierigkeiten hatte, daß sich von den ersten Versuchen in Preußen auch die, kleinste Spur verlohr.

Sachsen hat das erste Gelingen des Projekts der Maaßregel zu verdanken, daß die angefommenen Spanier sofort auf Landesherrliche Domainen statisnirt und für Rechnung oder auf Kosfen des Staats unterhalten wur- den, wodurch das größte Hinderniß weggeräumt war.

Da man in jener Zeit von der Schaafzucht über- haupt nur sehr beschränkte Kenntnisse hatte, so konnte der erste Erfolg nicht glänzend seinz. indessen war vorläufig durch das Bestehen der Unternehmung genug gewonnen. Es wurde dadurch das praktische Beispiel geliefert, daß Spanische Schaafe in Deutschland nicht' allein leben,

sondern auch in der Wolle unverändert bleiben und einen

unerhörten Gewinn bringen können. Praktisches Beispiel animirte damals viel mehr zur Nachahmung wie theoreti- scher Unterriht( gegen welchen leßtern man in unsern aufgeklärten Zeiten sogar noch sehr mißtrauisch ist, was Wunder, wenn es in jenen dunkeln Zeiten der Fall war) und so gingen denn die Schaafzüchter darauf ein.

Die Bahn war nun gebrochen; die Lokalität war günstig; die Kunde von den großen Vortheilen bey Spa- nis<er Schaafzucht verbreitete sic von einem zum andern, und so kam die Sächsische Schaafveredlung allgemein im Gange, ehe man in andern Ländern einmal die Möglich- Feit einsah.

Man kann sich leicht denken, daß die Umgestaltung der vordem grobwolligen Schaafe Sachsens, nicht wie

durch einen Zauberschlag oder in wenigen Jahren erreicht.

wurde; denn! wenn noch gegenwärtig, wo die Schaaf-

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