Borrede,
Wag iſt zum Beiſpiel die Botanik, die ſich durch ihre lachende Mine ſo viele Verehrer erworben hat, für dieſe Art von Leuten als ein elendes Spielwerk? da die Einbil- dungskraft unter Farben und grotesken Geſtalten herum- ſchweift, wo der Verſiand Stoff genung zu nülßlichen Bes trachtungen finden könte. Gewiß unſere Gärtner, unſere Hauswirthe, und die ſogenanten Blumiſten, dieſe ſüfen Herrn unter dem Gefolge der Flore, könten uns ſchr viele Beobachtungen liefern? wenn man ſie gewöhnte etwas grö? ſers in der Natur zu ſchenz als Farben und ſchöne Mißge: burten, uud ſie in Stand ſezte ihre Beobachtung in einer uns verſtändlichen Sprache zu ſagen.
Aber wie. iſt. dieſes möglich, ohne Kentniß einer Methode? welche bisher das einzige Mittel geweſen iſt, die
Iaqturgeſchichte zu einer ſichern Wiſſenſchaft zu machen, und die Liebhaber derſelben, wie an der Ariadne Faden, durch die verführeriſchen Irrgange der Natur zu leiten. Nur dieſe würde in Stande ſeyn, auch dem unſiudirten Theile unſer Landsleute, den rechten Standort anzuweiſen, von welchen ſie die Reichthümer der Natur weiter überſehen, die Stel: len, wo für unſere Bedürfniſſe, und unſere Bequemlichkeit VUeberfluß zu finden iſt, mit Sicherheit bemerken, und von welchen ſie endlich die Schönheiten der Natur mit einem ane? ſtändigern Vergnügen betrachten könten.
Die Methode des Herrn Prof. Ludwig würde vor? züglich zu dieſer Adſicht geſchikt ſeyn. Da ſie, nach dem allgemeinen Ausſpruch' der Kenner, ſo richtig nach ihrer An: lage ausgeführet, der Entwurf ſelbſt leicht und die ange: wande Kunſt meiſterlich verſtekt ilt. Allein da es dieſen eben ſo ſcharffinnigen als witzigen Verfaſſer nicht gefallen hat, oder vielmehr, da wichtigere Geſchäfte es hinderten, das Gebaude weiter fortzuführen: ſo ſind Gattungen übrig, die ſeit der lezten Ausgabe noch nicht untergebracht ſind.
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