Teil eines Werkes 
1 (1776) Des Ritter Carl von Linné Auserlesene Abhandlungen aus der Naturgeschichte, Physik und Arzneywissenschaft. 1
Entstehung
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I, Von der Begattung der Pflanzen, 33

“Spißen der Griffel ſich aus ihren Aehren entwickeln und in

die Luft hervorſchießen.(Logan, exp. 8.)

Drittens das Abfallen. Bey den meiſten Pflanzen, fallen die Narben, wenn ſie ihren Dienſt gethan haben, eben ſo wie die Staubfäden, ab; zum deutlichen Zeichen, daß ſie zum Reifen der Frucht nichts beytragen, ſondern nur zur Zeugung dienen,

Viertens das Wegſchneiden, Wenn man die Narbe, ehe ſie die Befruchtung der Staubbeutel empfangen hat, wegs» ſchneidet: ſo iſt die Pflanze, dem weiblichen Theil nach, verſchnitten, und die Frucht kommt allezeit um. Hieraus iſt alſo wohl genug erwieſen, daß die Narbe der weibliche Empfängnißtheil der Pflanze iſt,

Ueberdas hat die Narbe zwo beſondere Eigenſchaften z daß ſie nehmlich weder mit einem Oberhäutchen, noch mit einer Rinde, wie andere Theile, verſehen iſt3 und zweytens, daß ſie ſtets mit einem Saft befeuchtet iſt." Daher iſt klar, daß die Gründe des Pontedera nichts'gegen uns beweiſen, Er nahm da er die Erzeugung beſiritte, den Grund ſeiner Meinung von den Doldenblumen, deren Griffel noch nicht Herausgewachſen ſind, wenn ſchon die Staubfäden zum Vor- ſchein gekommen ſind. Allein die Narbe iſt der eigentliche Theil, der zur Zeugung dienet, keinesweges aber der Grif? fel; dieſer kann bey vielen fehlen z da er nicht das weſentliche ausmacht. Genug, daß die Jiarbe bey den Doldenpfianzen, zu eben der Zeit, als die Staubbeutel blühen; obgleich der Griffel bey ihnen, erſt nach der Beſruchtung ſich verlängert; ſo wie man es auch bey dem Ahorn( acer) ſiehet,

OG. 25

Die Befruchtung der Pflanzen gehet alſo vor ſich, in- hem" die Hoden oder die Staubbeutel mit ihrem Saamen, das weibliche Geburtsglied oder die Narbe beſprengen. Wie die Zeugung im Thierreich eigentlich geſchehe, iſt zwar noch nicht bekannt genug(S, 13»)z daß indeſſen der männliche

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