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Versuch einer geologischen Begründung des Acker- und Forstwesens / von Johann Friedrich Ludwig Hausmann. Aus d. Lat. übersetzt von Franz Körte
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Virgil ſeinem Jtalien ſpendete*),; auf den vater- ländiſchen Boden übertragen; denn wenn auch Deutſchland weder Oliven noch Citronen beſißt, ſo hat es auch nicht die, die Luft verpeſtenden ponti- niſchen Sümpfe, nicht den ewig Unglück drohenden Feuerſchlund des Veſuvs. Die größte Mannigfal- tigkeit der Maſſen, aus welchen die Erdrinde beſteht, ſowohl in Rückſicht auf die äußere Geſtalt, als auch in Rückſicht auf die"Verbindung der Beſtandtheile viel größer, als in irgendeinem: andern"bekannten Theile der Welt, begründet':die. größte Verſchieden- heit des Fruchtbodens,'ſo daß die Produkte. verſchie- dener Klimake und Länder erzeugt werden können. Hier ernähren Hügel und Ebenen, welche tiefe: Schich- ten der verſchiedenſte Bodenarten haben faſt alle Arten von Getreide und Futterfräutern, die pracht- volle Eiche und Buche,-und mit ihnen noch eine große Menge anderer Laubholzarten. Hier geben die ſüdlich gelegenen Thäler den trefflichſten Wein, hier die Gebirgszüge lachende Wieſen und hohe Roth- und Edeltannen, und ſelbſt die Sandebenen tragen zur Mannigfaltigkeit der nüßlichen Pflanzen bei; ſo gedeihet auf ihnen die den Bienen ſo beliebte Haide, ſo der Buchweißen, ſo die Kiefer und Birke. Dieſe außerordentliche Mannigfaltigkeit muß auf den Zu-

x) Landbau Il: v. 17311.'f.