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Der Kemperhof : Mit Hinsicht auf den Betrieb der Landwirthschaft in der Gegend von Coblenz / Von Joseph Anton Hergen
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ſeyn, ſo haben wir hierbei nur den Einfluß zu berü>kſich-

tigen, welche ſie auf den A>Xerbau gehabt hat; freilich)

verfallen wir nun auf der andern Seite in den eben ſo |

gefährlichen Fehler der unendlichen Verſtü>kelungen, welche

dem Acerbaue auf einem anderen Wege mit unerſeß-

lichem'Nachtheile bedrohen.

Den Carthäuſern gehörte der ganze Berg, worauf jeßt das Fort Kaiſer Alexander erbaut wird. Ein Theil ſeiner Fläche, nebſt dem größten Theil ſeiner Abhänge, war vor etwa 30 Jahren theils Wald, theils Buſch, ſie 10 etwa 300 Morgen unter dem Pfluge haben; welche ſie in reiner Wechſelbrache liegen hatten, ein Jahr um das andre größtentheils mit Körnern beſäeten, und mit ihrer Schäferey mit Zuſchuß von einem nicht bedeu- tenden Rindviehſtande im Dünger erhielten.

So viel ich ſelbſt geſehen und von andern gehört, war ihre Cinrichtung nach damaliger Art gut, und über- traf jene der Bauern, welches auch nicht fehlen konnte, da das Kloſier allen Vortheil zu genießen, die Bauern allen Nachtheil zu bekämpfen hatten.

Das ſc<bne Delta, welc<es der Rhein und die Moſel durch ihren Zuſammenfluß bilden, gehörte grdßten- theils ihnen und den übrigen geiſtlichen Corporationen der Gegend theils eigenthümlich, theils zehendpflichtig; ſie hatten die Schäferey- Gerechtigkeit allein, welcher 31 gefallen die halbc Flur Brache liegen mußte, und kein Klee gebaut werden durfte.

In dem im Banne von Coblenz gelegenen Dorfe Weiß hatten ſic neun Höfner, eine gleiche Anzahl hat-