Nur einem römiſchen Bürger kam das ſogenannte Ius civile-- bürgerlicher Nechtszuſtand=- zu. Selbſt wenn Fremde auf ihren Boden verſezt wurden, genoßen ſite dieſe Rechte nicht, noc) weniger kamen ſie andern Natio- nen zu: Erſt unter Kaiſer Antonin findet ſich das Geſetz des allgemeinen Bürgerrechts.*) Noch unter den Raiſern Valentinian und Valens herrſchten die Geſetze, durc; welche die Che zwiſchen einem Römer und Eingewanderten oder Fremden bey Lebenöſtrafe verboten war,**)
SS. 22
Värus dachte no< am wenigſten daran, bey den Deutſchen, den Cheruskern, Katten, Marſen, Bruktern U. ſ. w. die rbmiſchen Geſeze einzuführen. Naur die Ru- then und Beile der Liktoren brachte er ihnen, um damit ſtrenge Strafgerichte zu halten. Der liſtigen Form wegen benüzte er dabey rdmiſche Advokaten. Seinem Charakter gemäß hatte er drey Zwede dabey. Seiner Habſucht wollte er dadurc< neue Quellen dffnen: denn mit Heer- den und Jünglingen, dann andern Waaren mußten die Strafen bezahlt werden und die Advokaten die Verbrechen nnd Bergehen dazu erfinden. Seiner angewohnten Grau- ſamkeit war dadurch Spielraum gegeben.== Er konnte
Denman;
%) In orbe romano qui unt, ex constitutione imperatoris Antonini cives romani effecti sunt.(Digest. lib. 1, T. 5.)
**) Nalli provincialium, cujuscunque ordinis aut loci fuerint, cum barbara Sit uxore conjugium; nec ulli gentilium pro- vincialis femina copuletur. Quodsi quae inter provincia- les atque gentiles afiinitates ex hujus modi nuptiis extiterint, quod in lis Suspectum vel noxium detegitur, capitaliter expietur, Cod, Theod, C, 3. T, 14.


