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zu ſehen, wiewohl das Bild dem Lovino beyge- meſſen wird. Ob der lekte etwa in einer Zwiſchen- reiſe des Razzi mit ihm ſich berührt, von ihm an- genommen hätte?-- Zum Schüler des Lionardo ſcheint den Lovino weder ſeine ſpäte Blüthe, noch ſeine Formenunkenntniß recht eigentlich zu qualifi- ciren. Zu Venedig in der Gallerie Manfrin hängt ein bezeichnetes Altarbild des Lovino mit der Jah- reszahl 1512. Damals war er, wie dieſes Bild zeigt, ein altförmiger, dabey ziemlich ſtumpfer Max- ler, welcher nur erſt ſpäterhin durch Naturalismus und vieles HinbliXen auf Lionardo ſich heraufge- ſteigert zu haben mich bedünfen will. So veran- laßt, bemerke ich, daß von Razzi eine große Zahl von Studien und anderen Zeichnungen in der Samm- lung des padre Resta(Bibliothef Ambroſiana) verſtreuet vorkommt. 3. B. Vol. 84. no- 3, 8, 9, 11, 13, Vol. 85. no. 30, 32 u. ſ. f.=- Die Zeich- nungen dieſes Malers gehören zu den Seltenheiten.
In der Compoſition, im Charakter und in der Anmuth mehrfältiger dem Leben abgelauſchter Mo- tive ſtehen dem Lovino nach, ſowohl Gaudenzio Ferrari, als Ceſare da Seſto.
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