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Ueberall begegnet man ſolchen Denkzeihen. Man-
könnte ſie auffaſſen, als Ermunterungen ſie zu be- nußen.
Das Schiff der Kirche geht aus demſelben Mo- tive hervor, als zu Rom S. Agneſe, worüber die Bilderwerke einzuſehn. Im Frieſe über der erſten Pilaſterreihe: MCCCXI?* FILIPPYS SNIGRO ET NICOLAVS DE GOANO REPARATO- RES HVIVS ECCLESIE FECERVAT RE- NXOVARI. Gegenüber eine andere Erneuerungs- inſchrift vom Jahre 1307. Dieſe Gedächtniſſe zeu- gen für das höhere Alter des Stammes der Kirche und erklären zugleich die gothiſchen Zuſäße.
Für das vorzüglichſte Gemälde dieſer Stadt gilt
mit Recht die Martyr des hl. Stephan in der
Kirche deſſelben Namens. Dieſes Bild iſt unmit- telbar nach Raphaels Tode gemalt, beweiſet daher bündiger, als irgend ein anderes des Giulio No- mano, deſſen ausgedehnte Theilnahme an den ſpa- teren Arbeiten Raphaels. Der betrübende Gegen- ſtand wird meiſt auf eine ſo unmögliche Weiſe dar- geſtellt, das Volk dem Heiligen ſo nahe gebracht, daß man dieſen überſieht und die Handlung ſelbſt


