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daß auf zu großen Flächen von einem der Abglät- tung bedürfenden und dafür höchſt empfänglichen Stoffe die Glanzlichter ſich vervielfältigen, hiedurch dem Auge läſtig werden, den Geſammteindru> ſtö- ren, die Aufmerkſamkeit zerſtreuen müſſen. Schon aus dieſem Grunde iſt das berühmte mantuaniſche Gefäß kein Werk, weder der älteſten, noch der be- ſten Zeit des Alterthumes. Doch behielt ich's leb- haft im Andenken, weil dieſe Arbeit mir zuerſt den Bli> eröffnete in jene gleichmäßige Beendigung al- ler Theile des Ganzen, welche in keiner, ſogar nicht in den ſpäteſten Kunſtleiſtungen des Alterthumes ſo leicht vermißt wird. Ich begann zu ahnden, was es bedeute, mit ſich ſelbſt und mit dem Zeitalter, dem man angehört, aus einem Stüe, einem Guſſe zu ſeyn. Denn es iſt jenes Etwas, welches, ſelbſt bey geringem Kunſtwerthe, den antiken Sachen ei- nen den Neueren unerreichbaren Reiz verleiht, nichts Anderes, als das Ergebniß nie abſchweifender Auf- merkſamkeit auf das Eine, welches man gerade ſich zum Ziele geſekt.
Die Anlage der Gallerie zu Salzdahlum zeich- nete ſich aus durch ein ſchönes Verhältniß und vie-
gen viel gent habe gf lichen innig Leſe rühmt


