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Abriss der Cameral Bauwissenschaft : zu Vorlesungen entworfen / von D. Gilly
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von Gewölbbögen entſtehen, denen die Mauern als Widerlagen dienen, dazu aber zu ſchwach an- gelegt worden. Hierbey muſs man zu Strebe- pfeilern ſeine Zuflucht nehmen, ſo wie die An- bringung der ſogenannten Triebladen das Mit- tel it, wodurch überhängende Wände, inſonder- heit dergleichen Giebel, vor dem Kinſturz, we- nigſtens eine Zeitlang, wenn die Baufonds nicht gleich eine vollſtändige Reparatur erlauben, exr- halten werden können.

Der Raum erlaubt nicht, ein Mehreres über dieſe Materie hier anzuführen.

S. 69.

Bey ſolchen königlichen Gebäuden, welche nur zur Betreibung der Dienſigeſchäfte vorhan- den ſind, oder bey andern öffentlichen Gebäu- den, deren Unterhaltung den Offizianten nicht zuzumuthen iſt, müſſen die entſtehenden Beſchä- digungen an den Gebäuden bald angezeigt und die Wiederinſtandſetzung wenigſtens nicht länger verſchoben werden, als es ein eingeführter, ord- nungsmäſsiger Geſchaäaftsgang nothwendig macht.

Da aber nichts nachtheiliger iſt, als wenn Oeffnungen in den Dächern auch nur eine kurze Zeit offen bleiben, ſo hat die Erfahrung gelehrt, daſs dieſem Uebel dadurch am ficherſten zuvor zu kommen iſt, wenn die Unterhaltung der Zie- geldächer der öffentlichen Gebäude in einer Stadt, mit einem Mauermeiſter in der Art verdungen wird, daſs derſelbe gegen ein beſtimmtes jähr- liches Quantum, die entſtehenden kleinen Be- ſchädigungen ſogleich herſtellen muſs.