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Grundsätze der experimentellen Kammeral- und agronomischen Chemie; so wie der forst- und landwirthschaftlichen Gewerbe : für Kammeralisten, Agronomen, Forstbediente und Technologen / von Sigismund Friedrich Hermbstädt
Entstehung
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Subſtanzen mit einander zu miſchen oder zu verbin- den, wird chemiſche Anziehung, Affinität oder Verwandtſc<haft genannt, GEE 202

Sollen zwei heterogene Subſtanzen ſich mit einan- der miſchen, ſo müſſen ſich ſolche in unmittelbarer Be- rührung befinden. Ueben ſie in dieſem Zuſtande keine miſchende Wirkung gegen einander aus, ſo ſagt man, daß ſie keine Affinität zu einander beſißen.

a) Kreide und.Waſſer, auch Del und Waſſer 2c. miſchen ſich nicht mit einander: ſie behaupten alſo keine Affinität unter ſich.

b) Daſſelbe iſt der Fall, wenn Kieſelerde und Salpe- terſäure zuſammen gebracht werden,

GE Z07 Wenn hingegen zwei heterogene Materien, durch

den Actus der Affinität getrieben, mit einander in ch e- miſche Miſchung treten, ſo beobachten ſolche ein beſtimmtes quantitatives Maſſenverhältniß zu einander, um ein neutrales Produkt zu bilden. a) Aus Kali und Salpeterſäure, bis zur Neutrali-

tat verbunden, wird Salpeter erzeugt. b) Aus Schwefelſäure und Natron wird Glaubex-

ſalz gebildet,

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Löſung und Auflöſung.

9. 31+ Der Erfolg, mit welchem zwei heterogene Materien gegen einander wirken, um ſich zu vereinigen, oder chemiſch mit einander zu verbinden, wird das Löſen, oder auc das Auflöſen, und.die Produkte jener Erfolge werden Löſungen oder Auflöſungen genannt,