346 Zehntes Kapitel,
Art Arbeit täglich oder wöchentlich verfertigen kann, welches denn auch eigentlich den Grund abgiebt, oder abgeben ſoil, was man in Verdung der Billigkeit ges mäß zu bezahlen hat:' So wird es nicht undienlich ſeyn, von dergleichen Erfahrungen einem 2andwirche das Nocthigſte mitzutheilen. Er wird, da ihm das Tagetohn und übliche Meiſtergeld ſeines Orts befannt iſt, gar bald überſchlagen können, wie hoch er dieſe oder jene Arbeit, ohne Nachtheil, überhaupt verdin- gen kann,| En;
Bey der Zimmerarbeit iſt zuförderſt das alte
wahre Sprichwort anzumerken:
Zin Zimmermann, kein Zimmermann.
Denn obwohl die Zimmerleute von: Jugend an
gewöhnt werden, große taſten zu heben, zu handhaben und, zu tragen, welches ihnen nicht leicht ein anderer nachthun kann, ſo fallen doch bey ihren Arbeiten oft folche Laſten vor, die ſchwerlich von. einen Menſchen
anders. als durch Maſchinen bewegt werden föunten,.
und.dieſes würde um ſo mehr Zeitverluſt verurſachen,
da auch“ das. Fort- und Anbringen ſolcher Maſchinen
ſelbſt, ſeiten eines Menſchen Arbeit ſind. Man rechne
nur. blos, bey dem Beſchlagen großer Holzblöcke, was-
für. Kräſte zum Fortſchaffen, zum Umkanten und Aufbänken erfordert werden, und welcher Zeitverluſt allein bey dem Schnüren entſtehen müßte, wenn alles nur von Einem geſchehen ſollte: und man wird ſich leicht überzeugen, daß obiges Sprichwort ſehr wahre und gründlich iſt. Denn auch bey jeder andern Zim- merarbeit iſt es augenjcheinlich, daß; wenn es an wechſelſeitiger Dülfe fehle- Standen und Tage das bey verlohren gehen.
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