2? Erſtes Kapitel.
darinn iſt man an den meiſten Oertern noch ſo ſehr zu- rüF, daß man es immer noch beym Alten bewenden läßt, und den Saamen nimmt, wie er jedem in die Hand kömmt. Eine Nachläſſigkeit, die ſich ſelber beſtrafet,
3) Das Saamengetreyde muß ſchon im Felde, wenn es noch auf dem Halme ſtehet, aus- gewählet werden.
Wenn man den Saamen von eigenem Gewinnſte, und nich: von ande'nDertern hernehmen will, ſo wird er bereits im Felde zu dem Zweck ausgeſuchet, daß er in der Scheune für ſich allein zu liegen fomme, um“ ihn unvermengt mit dem übrigen Getreyde beſonders ausdröſchen zu laſſen,
Man ſucht aber auf dem Felde dasjenige Getrey- de zum Saamen aus, welches theils am wenigſten mit Unkrautsſämereyen vermenget iſt, theils aber die reifſten und vollſtändigſten Körner hat.
Wenn in der Aerndtezeit die regnichte Witterung die herrſchende iſt, fo wendet man die meiſte Sorge auf das ausgewählte Saamengetrayde, um es ſo trocken, als möglich, in die Scheune zu bringen. Naß einge- brachtes Korn kann, theils gar ſehr an ſeiner Kraft tüchtig zu keimen und hervor zu wachſen, verlohren haben, theils aber hierauf in der Scheune ſo weit her- unter kommen, daß ein Theil deſſelben gar nicht zum Ausfeimen und Aufgehen gelangen kann.
In hieſigen Gegenden macht ſich der auf gedüng- ten Aeckern auszuſäende Saame am meiſten bewährt, welcher auf einem nicht gedüngten Boden erwachſen iſt, nachdem man wahrgenommen, daß der Saame von geilen überiviebenen Saatſtö>en gar merflich zurüc-
bleibt,


