Vichsucht, 35r
Das Nindvieh iff mancherlei Rranfheiten unterworfen, Die in einem Ier diefer Mrt nicht umftândlih abgebandelt werden Éônnens einige Mittel zu denen bereits angegebenen merden bier aber nicht am unrechten Orte ftehn.
Gm Gall eines beftigen Durblaufs nimmt man eine ffarfe AbFochung von gemeiner Sreide, Hitfhbornfpânen und Caffia(3immtblumen);% fb von der erffern ju 4 Unjen@pâne und x Unge Caffias man Focht dies in 2 Quart Baffer ju 3 Pint ein, die beiden lebten Artifel merde gulebt ugefchüttet: Man Fann bieu, wenn es fait geworden ift, nod r Pint Kalfwaffer und 2 Drachmen OpiumtinÉtur thun, Das Oange wird in einer Douteille gemifcht und 3 Hôrner doll terden 2 oder 3 mal des Tages dbavon gegeben.‘
Gn der Gelbfucdt, einer Rranfheit, welher die Rübe fer unterworfen find, giebt man r Une Geife ein- oder gtweimal des ages. Diefe wird in einem Quart ffûrfenden Eranf aufgelôff und ctvas ermârmt, Das Vieh hâlt man dabei im Stalle und giebt angefeuchtetes Sutter und warm IBaffer,;
Benne fih das rothe Maffer oder blutiger Urin zeigt, fo ift ein ftarfer Decoct von Chinatinde mit etwas Mlaun, 2 oder mebr Sôrner voll gwei- bis dreimal des Tages, ein vortreff- lihes Mittel,
Die Rlauengefhwulft(Foul) Fommt vom ju farfen Treiben des Viches. Mach- dem man die gefchwollenen Tbeile gereinigt und den gwifchen den Rlauen gefammleten Unrath tweggefchafft bat, fo gebraucht man ein mildes Digeftiv,(Tbeer oder Terpentin mit Honig) und bâlt die Rlauen recht rein,
Die Euterbeulen(Garget) entftehben, twenn das Vieh nicht rein ausgemolfen wir, Man bat diefe cinigemale des Tages mit Camphor und blauer Salbe zu fhmieren. If das Uebel febr beftig, fo giebt man des Morgens: Drame und drber Calomel in warm Dier 1 bis 3 Pôrner vol,
Dei frifhen Bunden darf man nur die Theile rein und mobL bedecÉt gegen die Suft balten und vorläufig die Daut fo mweit als môglidh dariber giebn,
GS a fe
Der grofe Berth biefes Thiers, den es feines leifhes, Velles und anderer Eryeugniffe wegen bat, ift befannt, Çs giebt auch menig Farms, auf melchen nicht in einer oder der an- dern Mücffiht Schafe mit Vortheil gebalten und dem Farmer wicbtig fepn Fonnten. Jn manchen Gegenden bângt der grôfite Theil des landtvirthfcaftlihen Gervinns, in andern das Ganje von demfelben ab.


