Teil eines Werkes 
Theil 4 : Abth. 1 (1766) Anfangsgründe der höhern Mechanik welche von der Bewegung fester Körper besonders die praktischen Lehren enthalten / abgefasst von Abraham Gotthelf Kästner
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ſtrebt ſie wohl Bewegungen zu vermindern? Schwerlich kann man ein Wort von ihr gebrauchen, das eine beſtaͤndige Thaͤtigkeit, eine Bemuͤhung zu wirken, die allenfalls nur durch Hinderniſſe aufgehal⸗ ten wuͤrde, anzeigt, da ſie ganz unthaͤtig ſcheint, ſo lange ſie nicht Gelegenheit hat ſich einer Wir— kung entgegen zu ſetzen. Eben das, daß die Traͤg⸗ heit nie ſtrebt Bewegungen hervorzubringen, macht es bedenklich, ihr den Namen Kraft beyzulegen. Will man ſolches thun, ſo macht ſie allein eine ganz beſondere Gattung von Kraͤften aus, von der alle uͤbrigen unterſchieden ſind.

Eine andere Art von Dingen, die Bewegungen ändern, oder eigentlich gar aufheben, iſt die un— uͤberwindliche Feſtigkeit unbeweglicher Koͤrper; eines Tiſches auf den man ein Gewicht fallen laͤſſt, eines Nagels an den man was henkt, das herab⸗ fallen wuͤrde wenn man es truͤge. In eigentlichen Verſtande ſagt man auch nicht daß ſolche Dinge ei⸗ ne Kraft haͤtten, was man ihnen zuſchreibt iſt ein blos leidender Wiederſtand(reſiſtentia mere paſſiua).

52. Zuſ. Die Wirkung einer Kraft, beſteht entweder in einer wirklichen Bewegung, oder in einem bloſſen Drucke, wenn jene gehindert wird.

So macht die Schwere daß ein Koͤrper wirklich faͤllt, oder daß er die Hand druckt die ihn aufhaͤlt.

73. Zuſ. Wenn alſo ein paar beſchleunigende Kraͤfte, jede in ihren Koͤrper wuͤrkt, ſo kann man dieſe beyden Wuͤrkungen unter zweyerley Umſtaͤn⸗

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