32— fernt iſt, deſto verdaͤchtiger, alſo deſto we⸗ de niger beweiskraͤftig iſt ſie: eben ſo, je di weiter ein Zeugniß vom Urzeugen und 1 der urſpruͤnglichen Wahrheit, d. i. von 4 dem wirklichen Daſeyn und Geſchehen uc der Sache ſelbſt, durch Zwiſchenzeugen ab— An ſteht, deſto weniger glaubwuͤrdig iſt es, 1 1 weil Leidenſchaft, Intereſſe, Unachtſam⸗ deni keit, Mißverſtaͤndniß, und tauſend andre 3 Sachen machen koͤnnen, daß ein Menſch viſ ſelbſt ohne Wiſſen und Willen eines Andern m Zeugniß falſch eitirt und unrecht nachſagt. 84 Craig ſchloß hieraus, daß die ganze jetzige NR Geſchichte nach einiger Zeit ihre Glaub⸗ dei wuͤrdigkeit verlieren wuͤrde. Dazu iſt in⸗ rich deß kein Grund, wenn nur immer die kene Urzeugen angegeben werden koͤnnen. Umgekehrt aber ſieht der Menſch d ſ Sachen, die, ihrem Urgewaͤhrsmann nach, izer ſehr ungewiß ſind, fuͤr offenbare Wahr⸗ glu heiten an, wenn ſie durch viele und an— f ſehnliche Autoren nacherzaͤhlt, und von vie⸗ de G len Menſchen geglaubt ſind. Durch Sym⸗ wuͤrd pathie und Affekt verfuͤhrt, glaubt man aa eher den Zeugen gegen Erfahrung, als beſchre der Erfahrung gegen Zeugen, glaubt das, and i von den Geſetzen der Natur Abweichende, ten: weil es dem Gemuͤth als neu und wun— de pit derbar IV.
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4Encyklopädische Ansichten einiger Zweige der Gelehrsamkeit : Theil 2 (1809) Vermischte Schriften über staatswissenschaftliche, philosophische und andere wissenschaftliche Gegenstände. 4
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